Mehrheit der Moldauer lehnt NATO-Beitritt ab – Außenminister äußert sich.
Moldau und die NATO: Was die Bevölkerung denkt
Nach Angaben von Espreso.tv: Der moldauische Außenminister Mihai Popșoi hat klargestellt, dass ein möglicher NATO-Beitritt seines Landes allein vom Willen der Bürger abhängt. Laut einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts iData aus dem Mai sprechen sich 54,5 Prozent der Moldauer gegen einen Beitritt zum Nordatlantikpakt aus. Demgegenüber befürworten 33,6 Prozent der Befragten eine Integration in das Militärbündnis.
Popșoi betonte, dass eine Entscheidung über den NATO-Beitritt von großer Tragweite sei und die Meinung der Bevölkerung berücksichtigen müsse.
„Der Beitritt zur NATO – wie zu jeder anderen internationalen Organisation – hängt vom Willen unserer Bürger ab“, erklärte er.Der Minister äußerte zudem seine persönliche Haltung: „Ich war immer offen dafür. Für mich steht die NATO für Sicherheit.“
Aktuelle Entwicklungen in Moldau
Parallel zu dieser Debatte sorgte ein Dekret von Präsidentin Maia Sandu für Gesprächsstoff. Sie unterzeichnete eine Anordnung, mit der zwei gebürtigen Ukrainern, geboren 1970 und 1988, die moldauische Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Dieser Schritt wird in der Öffentlichkeit diskutiert, steht jedoch in keinem direkten Zusammenhang mit der Frage einer NATO-Integration.
Die Äußerungen von Mihai Popșoi verdeutlichen, wie sehr die öffentliche Meinung die politische Richtung in Moldau beeinflusst. Die Regierung scheint bemüht, einen Ausgleich zwischen außenpolitischen Ambitionen und den Stimmungen im Land zu finden. Angesichts des hohen Anteils an NATO-Gegnern könnten weitere Schritte in dieser Frage einen intensiveren Dialog mit der Bevölkerung erfordern – möglicherweise sogar ein Referendum. Damit bleibt das Thema NATO-Beitritt ein komplexes und vielschichtiges Unterfangen, bei dem die Stimme der Bürger im Mittelpunkt steht.
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