Erstmals beschlagnahmt Großbritannien einen Tanker aus Russlands Schattenflotte: 100.000 Tonnen Öl an Bord.
Die Kaperung der „Smyrtos“
Nach Angaben von Espreso.tv: Britische Spezialeinheiten der Royal Marines haben gemeinsam mit der National Crime Agency im Ärmelkanal den Öltanker „Smyrtos“ aufgebracht. Das Schiff, das 100.000 Tonnen russisches Rohöl der Sorte Urals geladen hatte, ist der erste physisch von Großbritannien beschlagnahmte Tanker aus der russischen Schattenflotte. Die sechsstündige Operation wurde von der Fregatte HMS Sutherland, dem Minenjagdboot HMS Ledbury, einem U-Boot-Jagdflugzeug vom Typ P-8 Poseidon sowie mehreren Hubschraubern der Marinefliegergruppe unterstützt.
Der Tanker „Smyrtos“ war zuvor unter der Flagge Kameruns gefahren, wurde jedoch aus dem Schiffsregister gestrichen. Artikel 110 des UN-Seerechtsübereinkommens erlaubte es Großbritannien, ein staatenloses Schiff aufzubringen. Solche Rechtslücken nutzen Schattenflotten aus, um Sanktionen zu umgehen – ein Problem, das westliche Staaten zunehmend zum Handeln zwingt.
Auswirkungen auf internationale Seewege
Die Beschlagnahme der „Smyrtos“ veranlasste andere Schiffe der Schattenflotte, darunter die „Maini“, „Lion I“ und „Sona“, ihre Routen zu ändern. Großbritannien arbeitet intensiv daran, an zentralen Engstellen der globalen Logistik – wie dem Ärmelkanal – eine Sperre zu errichten. Dies zeigt den verschärften Kontrollanspruch in der Region. Die Aktion unterstreicht die wachsende Bereitschaft Londons, gegen Aktivitäten der russischen Schattenflotte vorzugehen, was erhebliche Folgen für die globalen Ölmärkte und die Sicherheit der Schifffahrt haben könnte. Zudem sendet die Kaperung ein Signal an andere Länder, ihre Gewässer stärker zu überwachen und kriminelle Energietransportnetze zu bekämpfen.
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