Ukrainische Streitkräfte zerstören Tschonhar-Brücke: Verbindung zwischen besetzter Cherson-Region und Krim unterbrochen.
Schäden an der Tschonhar-Brücke
Nach Angaben von UATV: In der Nacht zum 9. Juni haben ukrainische Einheiten die Tschonhar-Brücke erneut attackiert und damit endgültig unpassierbar gemacht. Die Verkehrsverbindung zwischen dem besetzten Teil des Gebiets Cherson und der Krim ist damit gekappt. Bereits am 7. Juni waren erste Schäden an dem Bauwerk festgestellt worden. Der jüngste Angriff erfolgte unter dem Einsatz von Drohnen des Typs „Begemot“ sowie Feuerunterstützungssystemen Fire Point.
Auswirkungen auf den Verkehr
Durch die Zerstörung der Brücke hat sich die Anbindung der Krim an die besetzten Gebiete drastisch verändert. Fahrzeuge, die zuvor die Tschonhar-Brücke nutzten, müssen nun auf alternative Grenzübergänge ausweichen. Die Umleitung erhöht die Strecke nach Melitopol um 150 bis 200 Kilometer. Zur Verfügung stehen:
- der Grenzübergang „Armjansk“, der vor allem für Pkw, private Fahrzeuge und Linienbusse ausgelegt ist;
- der Grenzübergang „Perekop“, der hauptsächlich für Lastwagen, Sattelschlepper und organisierte Kolonnen genutzt wird.
„Die zerstörte Tschonhar-Brücke ist neu – sie wurde von den Russen errichtet, nachdem die ukrainischen Verteidigungskräfte in den Jahren 2022–2023 die alte Tschonhar-Brücke ‚abgebaut‘ hatten.“
Pawlo Lakijtschuk
Lakijtschuk betont die strategische Rolle der Brücke für die Logistik und Militäroperationen an der südöstlichen Front. Er ergänzt, dass nun „alle Kräfte und Mittel für die russische Armee, die in der Saporischschja-Richtung operiert, einen großen Umweg machen müssen, was den Perekop-Isthmus zusätzlich belastet.“
Der Zustand der Tschonhar-Brücke hat für beide Konfliktparteien weitreichende Bedeutung. Der Verlust dieser Verkehrsader erschwert die Nachschubwege der russischen Truppen erheblich und könnte deren Fähigkeit schwächen, ihre Stellungen in der Region zu halten. Gleichzeitig zeigt der Angriff, wie effektiv die ukrainischen Streitkräfte gezielt Infrastruktur angreifen können – ein wichtiger Faktor im Kriegsverlauf. Die weitere Entwicklung rund um die Tschonhar-Brücke könnte den Verlauf der Kämpfe an der südöstlichen Front maßgeblich beeinflussen.
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