Südukraine: Landwirte verlieren jährlich 300 Millionen Dollar durch Wassermangel.
Eine Region trocknet aus
Nach Angaben von Novyny.live: Im Süden der Ukraine wird Wasser zunehmend zur Mangelware. Die Landwirtschaft leidet massiv unter dem fehlenden Wasser für die Bewässerung, was jährlich zu Verlusten von etwa 300 Millionen US-Dollar führt. Der Klimawandel und der Krieg haben diese Krise beschleunigt und führen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen im Agrarsektor. Für eine erfolgreiche Getreideernte sind normalerweise rund 700 Millimeter Niederschlag nötig. Auf bewässerten Flächen ist die landwirtschaftliche Produktion jedoch um 89 Prozent eingebrochen, was die Gesamtmenge der Agrarerzeugnisse erheblich schmälert.
Die durchschnittliche Temperatur in der Ukraine ist in den letzten drei Jahrzehnten um 1,2°C gestiegen, was den Anbau von Nutzpflanzen deutlich erschwert. Die Produktion von Getreide und Hülsenfrüchten sank von 608.900 Tonnen auf nur noch 44.400 Tonnen. Bei Ölsaaten ging die Erntemenge von 588.500 Tonnen auf 13.100 Tonnen zurück. Auch der Gemüseanbau verzeichnete massive Einbußen und fiel von 910.000 Tonnen auf 140.000 Tonnen.
Krieg und Klima verschärfen die Krise
Seit Beginn der großangelegten Invasion wurden in der Ukraine zudem 230 Fälle von Beschädigungen an Dämmen, Brücken und Wasserversorgungssystemen dokumentiert, was den Zugang zu Wasserressourcen weiter erschwert. Das Land hat schätzungsweise ein Drittel seiner Wasserressourcen verloren. Allein die Zerstörung des Kachowka-Staudamms führte zum Verlust von 18,2 Kubikkilometern Wasser. Derzeit haben etwa 6 Millionen Menschen keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser – ein alarmierender Zustand, der die Dringlichkeit der Lage unterstreicht.
Angesichts dieser enormen Herausforderungen müssen die Landwirte in der Südukraine sich an die neuen Realitäten anpassen. Wichtige Schritte zur Bewältigung der Krise könnten sein:
- Die Umsetzung einer nationalen Wasserstrategie bis zum Jahr 2050.
- Die Entwicklung von neun Bewirtschaftungsplänen für die Flussgebiete für die Jahre 2025 bis 2030.
Die Situation macht deutlich, wie wichtig ein strategisches Wassermanagement für die Ukraine ist. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels und kriegsbedingter Infrastrukturschäden müssen dringend wirksame Lösungen gefunden werden, um die Landwirtschaft mit Wasser zu versorgen und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Die Entwicklung neuer Politiken und Programme ist daher von entscheidender Bedeutung für die Erholung des Agrarsektors und die Stabilität in der gesamten Region.
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