Treibstoff in der Ukraine kostet inzwischen 83 Griwna: Eine Preisentwicklung über fünf Jahre.
Preisschock an den Zapfsäulen der Ukraine
Nach Angaben von Слово і Діло — Інфографіка: Die Kosten für Benzin und Diesel in der Ukraine haben in den letzten fünf Jahren einen drastischen Anstieg verzeichnet. Hauptursache hierfür sind unbestreitbar der Krieg und seine weitreichenden Folgen. Ein direkter Vergleich der Preise für verschiedene Kraftstoffsorten zeigt deutlich, wie stark wirtschaftliche Faktoren und insbesondere Angriffe auf Tankstellen den Markt beeinflusst haben. Die Preissprünge verdeutlichen die enorme Belastung für Verbraucher und Wirtschaft.
Im Jahr 2021 lag der Preis für einen Liter Superbenzin A-95 noch bei 29,11 Griwna, für A-92 bei 28,23 Griwna und für Diesel bei 27,93 Griwna. Bereits Ende Juni 2022 hatten sich die Preise deutlich verteuert:
- Liter A-95: 45,38 Griwna
- Liter A-92: 44,32 Griwna
- Liter Diesel: 50,66 Griwna
Das Jahr 2023 brachte eine gewisse Stabilisierung, die Preise blieben nahezu unverändert:
- Liter A-95: 45,49 Griwna
- Liter A-92: 43,42 Griwna
- Liter Diesel: 44,31 Griwna
Diese Phase der Ruhe endete jedoch im zweiten Quartal 2024, als die Preise erneut anzogen:
- Liter A-95: 55,96 Griwna
- Liter A-92: 52,79 Griwna
- Liter Diesel: 53,18 Griwna
Der Aufwärtstrend setzte sich im Juni 2025 fort:
- Liter A-95: 56,10 Griwna
- Liter A-92: 54,03 Griwna
- Liter Diesel: 53,99 Griwna
Ein besonders deutlicher Sprung erfolgte im ersten Quartal 2026. Hier erreichte der Liter A-95 einen Wert von 64,64 Griwna, A-92 kostete 61,69 Griwna und Diesel stieg auf 68,97 Griwna. Nur wenige Monate später, im zweiten Quartal 2026, wurden neue Höchststände markiert:
- Liter A-95: 74,31 Griwna
- Liter A-92: 68,60 Griwna
- Liter Diesel: 83,44 Griwna
Zusätzlich zu diesen Preisentwicklungen wurden in der Ukraine ab dem 1. Mai 2025 erstmals Kraftstoffe mit einem Bioethanol-Anteil (E10) angeboten. Seit dem 1. Juli 2026 ist der neue Benzinstandard E10 nun landesweit verbindlich. Diese Umstellungen werden voraussichtlich weiteren Einfluss auf die zukünftige Preispolitik haben. Zeitgleich kam es in jüngster Vergangenheit zu einer Serie von Angriffen auf die Tankstelleninfrastruktur. Innerhalb eines Monats wurden nahezu 100 Tankstellen von russischen Streitkräften attackiert, was die Versorgungssicherheit massiv beeinträchtigte und die Preise zusätzlich in die Höhe trieb. Als Reaktion darauf führte die Tankstellenkette WOG ab dem 1. Juli 2026 in sieben Oblasten einen speziellen Betriebsmodus ein, um sich den neuen Gegebenheiten anzupassen.
Die wirtschaftliche Last des Preisanstiegs
Der Preisanstieg der letzten fünf Jahre ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Dazu zählen vor allem die anhaltenden Kampfhandlungen, die Einführung neuer Kraftstoffstandards und die Entwicklung der globalen Ölpreise. Diese Entwicklung bereitet den Verbrauchern große Sorgen und könnte schwerwiegende ökonomische Konsequenzen für das gesamte Land haben.
Die aktuellen Preise für Treibstoff sind ein direktes Abbild der anhaltenden Kriegssituation und der Marktveränderungen durch neue Normen. Die bezahlbare Verfügbarkeit von Kraftstoff ist in Kriegszeiten nicht nur für den Transportsektor überlebenswichtig, sondern auch für die Landwirtschaft und die Industrie. Angesichts der instabilen Lage müssen sich sowohl private Haushalte als auch Unternehmen auf weitere Preisschwankungen einstellen.
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