Am 28. Juni 1996 um 9:20 Uhr: Die Geburtsstunde der ukrainischen Verfassung.

Am 28. Juni 1996 um 9:20 Uhr: Die Geburtsstunde der ukrainischen Verfassung
Am 28. Juni 1996 um 9:20 Uhr: Die Geburtsstunde der ukrainischen Verfassung

Der Tag der ukrainischen Verfassung

Nach Angaben von UATV: Jedes Jahr am 28. Juni begeht die Ukraine ihren Verfassungstag – ein nationaler Feiertag von großer Bedeutung. Am 28. Juni 1996, exakt um 9:20 Uhr, verabschiedete das Parlament das neue Grundgesetz des Landes. Dieses war das letzte seiner Art unter den ehemaligen Sowjetrepubliken und gilt international als eine der fortschrittlichsten demokratischen Verfassungen der damaligen Zeit.

Der Weg dorthin war lang: Fünf Jahre lang hatte die Ukraine noch mit der Verfassung der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik gelebt. Die entscheidende Parlamentssitzung in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1996 ging als die längste in der Geschichte der Werchowna Rada ein. 315 Abgeordnete stimmten letztlich für das neue Grundgesetz – ein historischer Moment für die Staatlichkeit der Ukraine.

Aktuelle Herausforderungen und die Bedeutung der Verfassung

Seit ihrer Verabschiedung hat die Verfassung mehrere politische Veränderungen erlebt. So führte Wiktor Janukowytsch im Jahr 2010 das präsidentiell-parlamentarische Regierungssystem wieder ein. Heute, im Angesicht des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, steht das Grundgesetz, das die staatliche Souveränität festschreibt, massiv unter Beschuss. Ein Abgeordneter rief damals während der Nachtsitzung aus:

„Bewahren Sie Ruhe, verehrte Kollegen, lassen Sie sich nicht provozieren. Von Ihrer Entscheidung hängt das Schicksal der Ukraine ab! Beruhigen Sie sich!“ – Mychajlo Syrota

Ein bedeutender jüngerer Meilenstein war die Eröffnung des Verhandlungskapitels „Grundlagen“ zwischen der Europäischen Union und der Ukraine am 15. Juni 2026. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte dazu: „Heute eröffnen wir das erste Verhandlungskapitel für den EU-Beitritt. Das ist ein enormer Schritt nach vorn.“ Diese Entwicklungen finden vor dem Hintergrund eines anhaltenden Kampfes um demokratische Werte und nationale Souveränität statt.

Der Verfassungstag ist daher weit mehr als ein bloßer Feiertag. Er erinnert die Gesellschaft daran, wie wichtig es ist, die im Grundgesetz verankerten Rechte und Freiheiten zu verteidigen – gerade in Zeiten großer Herausforderungen.

Die Feierlichkeiten unterstreichen die zentrale Rolle rechtlicher Grundlagen für den Staat, insbesondere angesichts der Bedrohung durch die russische Aggression. Die 1996 verabschiedete Verfassung legt die Prinzipien der Demokratie und Souveränität fest, die heute in der Gesellschaft heiß diskutiert und verteidigt werden. Im Kontext der europäischen Integration und der Suche nach Stabilität gewinnen diese Werte eine besondere Bedeutung für die Zukunft des Landes.


Lesen Sie auch

Werbung