Nach den Feiertagen: Neurowissenschaftler erklären die Gründe und wie man damit umgeht.

Nach den Feiertagen: Neurowissenschaftler erklären die Gründe und wie man damit umgeht
Nach den Feiertagen: Neurowissenschaftler erklären die Gründe und wie man damit umgeht

Nach Angaben von ТСН: Die festlichen Freuden sind vorbei, und damit verschwinden auch die gesteigte Stimmung und Energie. Viele Menschen erleben einen echten Zustand, der als nachweihnachtliche Depression bekannt ist.

Dieses Thema wurde von Psychologen und Psychotherapeuten diskutiert. Laut Dr. Jolanta Berk hängt der Nach-Feiertagen-Stimmungsabfall mit der Funktionsweise des Belohnungssystems im Gehirn und dem Dopaminspiegel zusammen.

„Die nachweihnachtliche Depression steht in engem Zusammenhang mit Dopamin,“
erklärt sie. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle bei Motivation, Freude und Belohnung spielt. Es wird freigesetzt, wenn wir etwas Angenehmes erhalten, sowie wenn wir darauf warten.

Nach den Worten von Dr. Berk steigt der Dopaminspiegel kurz vor Weihnachten normalerweise an, weil wir auf die Feiertage, den Austausch und besondere Ereignisse warten.

„Diese Erwartung gibt dem Gehirn viele Portionen der ‚Belohnung‘.“

Zurück zur Routine

Doch nach den Feiertagen verschwinden diese Belohnungen.

„Die Rückkehr zur Routine, zusammen mit kürzeren Tagen und weniger sozialen Plänen, kann zu einer vorübergehenden Senkung des Dopaminspiegels führen,“
stellt sie fest.
„Menschen beschreiben dies als Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Unfähigkeit, Freude an früheren Vergnügungen zu empfinden.“

Ein weiterer wichtiger Hormon, das sich in dieser Zeit ändert, ist das Oxytocin, bekannt als „Liebeshormon“, das für soziale Bindungen und emotionale Bindungen verantwortlich ist.

„Sein Spiegel steigt, wenn wir Nähe empfinden, zum Beispiel, wenn Eltern ihr Kind umarmen, was das Gefühl von Vertrauen und Bindung stärkt,“
fügt Berk hinzu. Nach den Feiertagen, wenn viele Menschen Zeit mit Familie und Freunden verbracht haben, kann der plötzliche Wechsel zur Isolation Einsamkeit und einen gedrückten Stimmung verursachen.

Negative Auswirkungen der Feiertagszeit

Die Feiertagszeit stört auch den gewohnten Rhythmus: später ins Bett gehen, Alkohol konsumieren, verminderte körperliche Aktivität. Dies kann kurzfristige Dopaminspitzen erzeugen, lässt die Menschen jedoch oft zu Beginn des neuen Jahres erschöpft zurück.

Dr. Berk empfiehlt, den Tag mit natürlichem Licht zu beginnen, während der Mittagspause kurze Spaziergänge zu machen und sich mehr zu bewegen – selbst einfach zu Fuß zu gehen, anstatt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Körperliche Aktivität fördert den zirkadianen Rhythmus, verbessert den Schlaf und die Stimmung.

Soziale Bindungen sind wichtig

Familientherapeutin Anjula Mutanda betont, dass die Unterstützung sozialer Bindungen auch für diejenigen wichtig ist, die sich nach den Feiertagen erschöpft fühlen.

„Zeit mit anderen bei verschiedenen Aktivitäten – Lesen, Fernsehen – zu verbringen, hilft, sich verbunden zu fühlen, ohne ständig kommunizieren zu müssen,“
erklärt sie.

Dr. Donald Grant empfiehlt, kleine realistische Ziele zu setzen, Achtsamkeit zu praktizieren und sich auf tägliche Gewohnheiten zu konzentrieren, um Stress abzubauen und das Gefühl von Erreichen zurückzubringen.

„Das neue Jahr bietet die Möglichkeit, den Tagesablauf zu überprüfen, aber es ist nicht notwendig, alles auf einmal zu ändern,“
fügt er hinzu.

Experten betonen, dass der nachweihnachtliche Stimmungseinbruch in der Regel vorübergehend ist und nicht auf eine klinische Depression hinweist. Es ist eine normale Reaktion des Gehirns auf veränderte Reize und die Rückkehr zum gewohnten Leben.

Darüber hinaus ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Zeit nach den Feiertagen ein Ausgangspunkt für neue Errungenschaften sein kann. Nach den Empfehlungen der Fachleute sollte man sich Zeit für die Anpassung lassen und dabei schrittweise zum gewohnten Rhythmus zurückkehren und auf die eigenen Bedürfnisse und Zustände achten.


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