Zwangsevakuierung in Saporischschja: Über 600 Kinder bleiben unter Beschuss in Kuschuhum.

Zwangsevakuierung in Saporischschja: Über 600 Kinder bleiben unter Beschuss in Kuschuhum
Zwangsevakuierung in Saporischschja: Über 600 Kinder bleiben unter Beschuss in Kuschuhum

Nach Angaben von ТСН: Im Dorf Kuschuhum in Saporischschja befinden sich über 600 Kinder weiterhin unter ständigem Beschuss. Aufgrund der Zunahme von Angriffen mit FPV-Drohnen und der Erweiterung der "Grauzone" wurde am 2. Januar die Zwangsevakuierung von Familien mit Minderjährigen объявлено. Die Polizei und Freiwillige organisieren täglich Fahrten, um Menschen unter dem Geräusch von Drohnendetektoren zu evakuieren.

Die Korrespondentin von TSN verbrachte zusammen mit den Strafverfolgungsbehörden Zeit bei der nächsten Evakuierungsfahrt.

Drohnen fliegen in "Schwärmen": Warum die Evakuierung schwieriger geworden ist

Die Menschen müssen morgens abreisen, da die Straßen tagsüber leichtes Ziel für feindliche UAVs werden. In letzter Zeit verwendet der Feind immer häufiger Drohnen des Typs „Blitz“.

„Sie ist schneller als FPV, schwerer und hat eine größere Sprengladung“,

— betonen die Polizisten während der Evakuierungsfahrt.

Während ein Polizist hilft, die Sachen zu verladen, überwacht ein anderer aufmerksam den Himmel. Jede Fahrt birgt ein enormes Risiko, da die Drohnendetektoren häufig über Gefahren warnen.

Flucht vor dem Krieg zum zweiten Mal

Einige Familien durchlaufen bereits die zweite Evakuierung. Olena, die ihre Neffen evakuiert, hat zuvor auch ihr Zuhause in der besetzten Klein-Bilozirka verlassen.

„Ich habe dort ein Haus zurückgelassen. Alles blieb zurück — Dokumente, Kinder, Enkel… Damals passte nur das Nötigste, Wickelutensilien, in den Kofferraum. Von dort sind wir nackt und barfuß weggefahren“,

— erinnert sich die Frau.

Dieses Mal bringt die Familie warme Kleidung und einen Computer für den Unterricht der Kinder mit. Doch der Hund bleibt zu Hause — die Besitzer planen, sich abwechselnd zu besuchen, um ihr geliebtes Tier zu füttern, bis sie einen festen Unterschlupf finden.

Der 17-jährige Sascha, der ebenfalls evakuiert wurde, erzählt über das Leben in Kuschuhum: „Drohnen fliegen 24/7. Es ist gruselig. Manchmal gibt es kein Internet, keinen Strom, aber wir kommen irgendwie klar“. Die kleine Marichka hält einen Spielzeughund in den Händen: „Mama hat ihn geschenkt. Wenn es laut war, hat er mich beruhigt“.

Wohin die Menschen gebracht werden

Die Evakuierten werden nach Saporischschja in ein Transitzentrum gebracht, in dem Psychologen arbeiten.

Natalia Schurawel, Psychologin der Mission „Proliska“:

„Die Kinder kommen in einem sehr schlechten Zustand an und berichten von schrecklichen Dingen. Hier sind individuelle Beratungen mit jedem Kind erforderlich“.

Unterbringungsmöglichkeiten:

  • Saporischschja: In der Stadt sind 50 Einrichtungen vorbereitet (insgesamt 4500 Betten). Die meisten sind belegt, aber zusätzliche Punkte werden eingerichtet.

  • Andere Regionen: Viele Familien fahren weiter. Zum Beispiel reist die Familie von Sascha mit dem Zug ins Transkarpatien.

  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität: Die Freiwilligen des Fonds „Artak“ sind auf die Evakuierung älterer Menschen und Personen mit Behinderungen spezialisiert.

Offizielle Statistiken

In den letzten drei Tagen haben die Polizisten etwa 40 Kinder evakuiert. Viele Familien verlassen jedoch selbstständig mit ihren eigenen Autos die Region.

Anna Tkachenko, Sprecherin der GUNP in Saporischschja: „Die Polizisten bitten die Eltern, nicht zu zögern. Mit jedem Tag wird die Evakuierung schwieriger und riskanter“.

Die Behörden und die Strafverfolgungsbehörden fordern die Bewohner von Kuschuhum und Juliwka auf, nicht auf den kritischen Moment zu warten und bereits jetzt um Hilfe bei der Evakuierung zu bitten.

Die Situation in Kuschuhum bleibt angespannt. Die Evakuierung ist nicht nur ein aktueller Bedarf, sondern auch ein Zeichen dafür, wie der Krieg das Leben gewöhnlicher Menschen, insbesondere der Kinder, beeinflusst. Mit jedem Tag steigen die Risiken, und es ist wichtig, dass Familien nicht allein mit ihren Problemen bleiben, sondern rechtzeitig Hilfe erhalten.


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