Unter Beschuss: Das letzte große Krankenhaus der Region Donezk kämpft ums Überleben.

Unter Beschuss: Das letzte große Krankenhaus der Region Donezk kämpft ums Überleben
Unter Beschuss: Das letzte große Krankenhaus der Region Donezk kämpft ums Überleben

Medizinische Versorgung am Rande der Front

Nach Angaben von UATV: Im umkämpften Osten der Ukraine hält ein Krankenhaus in Kramatorsk den Betrieb aufrecht. Es ist die letzte verbliebene große Klinik in der Region Donezk, die trotz der Nähe zur Frontlinie weiterhin Patienten versorgt. Für etwa 190.000 Menschen im ukrainisch kontrollierten Teil der Region ist dieses Krankenhaus die einzige Anlaufstelle für stationäre Behandlungen. Um die medizinische Grundversorgung nicht abreißen zu lassen, wechseln sich die Ärzteteams in einem zweiwöchigen Rotationssystem ab.

Der Kampf um medizinisches Personal

Die Personalsituation bleibt extrem angespannt. Viele erfahrene Fachkräfte haben die Region verlassen. Ihre Lücken füllen nun junge Ärzte und Medizinstudenten im Praktikum.

„Es gibt wenige Spezialisten, viele sind weggegangen. Aber es ist Nachwuchs gekommen, junge Kollegen, die ihren Beruf hier lernen. Jetzt arbeiten wir mit ihnen zusammen“, berichtet Arzt Oleksandr Hlushchenko.
Trotz aller Widrigkeiten zeigt dies den Anpassungswillen des Gesundheitssystems.

Schon der Weg zur Behandlung ist für Patienten eine gefährliche Herausforderung. Die Patientin Switlana schildert ihre Situation:

„Weiterfahren war nicht möglich. Hier habe ich Halt gemacht und werde behandelt. Und Gott gebe allen Ärzten Gesundheit. Sie helfen, sie behandeln kostenlos.“
Ihre Worte unterstreichen, wie lebenswichtig der Zugang zu medizinischer Versorgung unter diesen Bedingungen ist.

Trotz knapper Ressourcen bietet die Klinik ein breites Behandlungsspektrum. Arzt Oleksandr Heiko betont:

„Solange es in der Region Donezk eine Bevölkerung gibt, Menschen, die diese Hilfe brauchen, können diese Menschen darauf zählen, dass sie hier fast das gesamte Spektrum an medizinischen Leistungen erhalten.“
Das ist das Versprechen des Personals an die hilfsbedürftige Bevölkerung.

Der Dienst fordert jedoch einen hohen Tribut. Oleksandr Heiko führt aus: „Acht Prozent der Ärzte, die ständig in der Region Donezk im Einsatz sind, haben entweder schwere, behindernde Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten. Oder leider haben wir Kollegen, die gestorben sind. Es gibt Kollegen, die direkt am Arbeitsplatz verstorben sind.“ Diese Aussage macht die extremen Belastungen deutlich, unter denen das medizinische Personal steht, und unterstreicht die immense Bedeutung seiner Arbeit.

Die Lage in Kramatorsk spiegelt die enormen Herausforderungen wider, vor denen das ukrainische Gesundheitssystem im Krieg steht. Trotz aller Gefahren und Mängel setzen die Ärzte und Pflegekräfte ihre lebensrettende Arbeit fort – ein unverzichtbarer Dienst für die lokale Gemeinschaft. Die Einrichtung steht symbolisch für den Überlebenskampf der Zivilbevölkerung in den Kriegsgebieten.

Der Betrieb des letzten großen Krankenhauses in Kramatorsk beweist die essentielle Rolle der medizinischen Infrastruktur in Konfliktregionen. Unter Personalmangel und ständiger Bedrohung demonstrieren die Mitarbeiter Professionalität und Hingabe. Dass sich junge Fachkräfte den schwierigen Bedingungen anpassen und einspringen, gibt Hoffnung, dass die Gesundheitsversorgung in der Region aufrechterhalten werden kann.


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