Luftverschmutzung nach Angriff auf Kiew: Lungenarzt warnt vor steigenden Krebsraten.
Gesundheitsgefahr durch Brandrückstände in der Luft
Nach Angaben von Novyny.live: Der Lungenfacharzt Rostyslaw Ljubewytsch äußert sich besorgt über die gesundheitlichen Langzeitfolgen der Luftverschmutzung durch Brände nach russischen Angriffen. Besonders die Gefahr von Lungenkrebs steige durch die anhaltende Belastung mit Verbrennungsprodukten deutlich an. Der Mediziner stellt fest, dass die Erkrankung in den letzten Jahren immer häufiger bei Menschen unter 70 Jahren diagnostiziert wird – früher waren vor allem Patienten über 70 betroffen. Ein zentraler Grund dafür sei das vermehrte Auftreten eines bestimmten krebsauslösenden Gens.
Seit Kriegsbeginn sei ein signifikanter Anstieg der Krebserkrankungen zu verzeichnen. Die verschmutzte Luft durch Raketen- und Drohnenangriffe könne schwerwiegende Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit haben. Ein besonders schwerer Vorfall ereignete sich am 2. Juli in Kiew: Bei einem russischen Angriff kamen 30 Menschen ums Leben, fast 100 weitere wurden verletzt. Kyrylo Budanow betonte in diesem Zusammenhang die Dringlichkeit des Zivilschutzes und erklärte:
„Die Sicherheit der Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben.“Diese Ereignisse verdeutlichen, dass die akute Gefahr durch Explosionen nur eine Seite der Medaille ist.
Handlungsbedarf bei der Luftqualität
Experten fordern angesichts dieser Entwicklung ein entschlossenes Umdenken. Es gehe nicht nur um die unmittelbaren Folgen der Angriffe, sondern auch um die langfristigen Risiken durch Umweltgifte. Die zunehmende Zahl von Lungenkrebsfällen bereits bei 40-Jährigen mache deutlich, dass medizinische Einrichtungen und Behörden dringend Gegenmaßnahmen ergreifen müssen. Dazu gehören eine bessere Überwachung der Luftqualität und verstärkte Aufklärung über die Gefahren für die Atemwege. Nur durch ein koordiniertes Vorgehen lasse sich die Gesundheit der Bevölkerung auch während des Krieges nachhaltig schützen.
Die anhaltenden Kampfhandlungen und die damit verbundene Rauchentwicklung stellen eine wachsende Belastung dar. Es sei daher unerlässlich, nicht nur die sofortigen Opfer zu versorgen, sondern auch die langfristigen Gesundheitsrisiken zu minimieren. Ein wirksames Konzept zur Reduzierung von Schadstoffemissionen und zur Stärkung des Gesundheitssystems sei überfällig, so die Fachleute.
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