Experte Lipzitz: Wie der Krieg Russlands Gesellschaft wirtschaftlich spaltet.

Experte Lipzitz: Wie der Krieg Russlands Gesellschaft wirtschaftlich spaltet
Experte Lipzitz: Wie der Krieg Russlands Gesellschaft wirtschaftlich spaltet

Die wirtschaftliche Kluft im vierten Kriegsjahr

Nach Angaben von UATV: Der russische Ökonomie-Professor Igor Lipzitz sieht in seinem Land eine zunehmende wirtschaftliche Spaltung der Bevölkerung. Im vierten Jahr des Krieges gegen die Ukraine stellen Bürgerinnen und Bürger vermehrt die Sinnhaftigkeit des Konflikts infrage. Als Gründe nennt der Experte den spürbaren Preisanstieg und die wachsenden ökonomischen Probleme. Diese Entwicklung untergräbt die soziale Stabilität.

Inflationslücke und Schuldenspirale

Lipzitz weist auf einen deutlichen Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen seit Jahresbeginn hin. Die gefühlte Inflation liege bei 13 bis 15 Prozent, während das staatliche Statistikamt Rosstat deutlich niedrigere Werte veröffentlicht. Diese Preisentwicklung wird laut dem Experten auch durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (MwSt.) um zwei Prozentpunkte angeheizt.

Vor diesem Hintergrund prognostiziert Lipzitz für Russland bis 2042 einen defizitären Staatshaushalt. Die Regierung könne ihre Ausgaben nicht mehr decken und müsse sich zunehmend verschulden. In der Folge werde die Staatsverschuldung auf ein Niveau wie in den USA oder Japan steigen – allerdings bei höheren Zinssätzen. Diese Faktoren nähren in der Bevölkerung die Sorge um den eigenen Wohlstand und schärfen das Bewusstsein für die negativen Kriegsfolgen.

Die von Igor Lipzitz beschriebene Situation unterstreicht die schwerwiegenden wirtschaftlichen Herausforderungen Russlands im Krieg. Die wachsende Unzufriedenheit könnte die soziale Stabilität und politische Lage im Land beeinflussen, da die Bürger die Konsequenzen des Konflikts immer deutlicher spüren. Angesichts der wirtschaftlichen Spaltung und steigenden Staatsverschuldung wird die Frage nach dem Sinn des Krieges in der russischen Gesellschaft immer drängender.

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