Russlands Wirtschaft am Abgrund: Ex-WTO-Chef sieht Hauptursache im Ukraine-Krieg.

Russlands Wirtschaft am Abgrund: Ex-WTO-Chef sieht Hauptursache im Ukraine-Krieg
Russlands Wirtschaft am Abgrund: Ex-WTO-Chef sieht Hauptursache im Ukraine-Krieg

Zustand der russischen Wirtschaft

Nach Angaben von Espreso.tv: Pascal Lamy, einstiger Generaldirektor der Welthandelsorganisation, hat sich zu den besorgniserregenden Entwicklungen in Russlands Wirtschaft geäußert. Seiner Analyse zufolge sind die negativen Trends eine direkte Folge des Krieges gegen die Ukraine. Lamy betont, dass der Konflikt die Ukraine gestärkt und Russland geschwächt habe – ein Zustand, der sich voraussichtlich nicht ändern werde. Zur Einordnung: Die ukrainischen Streitkräfte haben in den letzten Monaten gezielt russische Ölraffinerien angegriffen, was die wirtschaftlichen Probleme Moskaus weiter verschärft.

Aktuelle Wirtschaftsdaten untermauern diese Einschätzung. Seit Jahresbeginn 2026 hat Russland durch Angriffe auf seine Ölverarbeitungsanlagen mindestens 7 Milliarden US-Dollar verloren. Die Folge ist eine Treibstoffknappheit, die nicht nur Moskau und Sankt Petersburg, sondern auch die besetzten Gebiete erfasst hat. Parallel dazu ist das russische Haushaltsdefizit in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 auf 5,9 Billionen Rubel angewachsen.

Kriegsausgaben und wirtschaftliche Hürden

Am 18. Juni 2026 sah sich die russische Regierung gezwungen, die geplanten Militärausgaben um 40 Prozent zu erhöhen. Dies verdeutlicht, wie sehr die Kriegskosten die Staatsfinanzen belasten. Trotz dieser Schwierigkeiten gelang es Russland am 23. Juni 2026, seine Pipeline-Ölexporte um 22 Prozent zu steigern – dank Lieferungen in die Slowakei und nach Ungarn.

Lamy merkte an, dass die russische Zentralbank unter der Leitung von Frau Nabiullina auf diese Herausforderungen „auf russische Art“ reagiert habe. Dies könnte auf eine mangelnde Wirksamkeit der ergriffenen Stabilisierungsmaßnahmen hindeuten.

Angesichts des anhaltenden Krieges und des wachsenden wirtschaftlichen Drucks steht Russland vor ernsten Herausforderungen, die langfristige Folgen für seine Stabilität haben könnten. Rückläufige Einnahmen aus dem Ölgeschäft, steigende Militärausgaben und ein wachsendes Haushaltsdefizit deuten auf eine Verschlechterung der Wirtschaftslage hin. Die Ausweitung der Ölexporte in die Slowakei und nach Ungarn mag zwar als Versuch Russlands gewertet werden, neue Absatzmärkte zu erschließen, doch dies dürfte die Verluste durch den Wegfall traditioneller Märkte kaum ausgleichen. Die Aussichten für Russlands wirtschaftliche Entwicklung bleiben im Kontext des anhaltenden Ukraine-Konflikts ungewiss.


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