Tanktourismus nach China: Russen umgehen Benzinmangel an der heimischen Zapfsäule.

Tanktourismus nach China: Russen umgehen Benzinmangel an der heimischen Zapfsäule
Tanktourismus nach China: Russen umgehen Benzinmangel an der heimischen Zapfsäule

Russlands Treibstoffkrise erreicht neuen Höhepunkt

Nach Angaben von Espreso.tv: Seit Ende Mai kämpft Russland mit einem akuten Benzinmangel. Besonders betroffen ist die Region Transbaikalien, wo inzwischen offen dazu aufgerufen wird, Fahrzeuge in China zu betanken. Die Treibstoffknappheit hat längst die großen Metropolen wie Moskau und Sankt Petersburg erfasst – selbst in den besetzten Gebieten gelten mittlerweile Abgabebeschränkungen.

Am 17. Juni 2023 will Russland erstmals größere Mengen Benzin auf dem Seeweg importieren, und zwar aus China, Singapur und Südkorea. Bis Ende Juni 2023 soll sich die Lage weiter zuspitzen: Der Mangel droht sich über alle elf Zeitzonen des Landes auszubreiten. Ein erster Versuch der Gegensteuerung erfolgte am 1. Juli 2023, als Russland Seetransporte mit Benzin aus Indien startete. Zwei Tanker mit mindestens 60.000 Tonnen Treibstoff waren bereits unterwegs.

Explodierende Preise und regionale Verwerfungen

Die aktuellen Angebotspreise für Treibstoff liegen zwischen 66 Rubel pro Liter Diesel und 97 Rubel pro Liter Superbenzin AI-95. In mehr als zehn russischen Regionen ist der Preis für AI-92 inzwischen höher als in den USA. Das verdeutlicht das dramatische Ausmaß der Krise, die sich immer weiter verschärft.

Die Treibstoffkrise ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem – sie gefährdet die Mobilität der Bevölkerung und belastet die gesamte Verkehrsinfrastruktur. Angesichts der Lieferengpässe in den Städten und der rasant steigenden Preise wird die Benzinbeschaffung für viele Autofahrer zum täglichen Hindernislauf. Die Importe aus dem Ausland dürften nur eine kurzfristige Atempause verschaffen. Eine nachhaltige Besserung ist ohne strukturelle Reformen nicht in Sicht.


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