EU-Kommission will Patriarch Kyrill mit Sanktionen belegen – neues Strafmaßnahmenpaket bis Ende Juli geplant.

EU-Kommission will Patriarch Kyrill mit Sanktionen belegen – neues Strafmaßnahmenpaket bis Ende Juli geplant
EU-Kommission will Patriarch Kyrill mit Sanktionen belegen – neues Strafmaßnahmenpaket bis Ende Juli geplant

Vorschlag der EU-Kommission für Sanktionsliste

Nach Angaben von Espreso.tv: Die Europäische Kommission hat am 9. Juni ein neues Sanktionspaket vorgelegt, das den russischen Patriarchen Kyrill ins Visier nimmt. Grund dafür ist seine Unterstützung für den Krieg in der Ukraine. Die Verabschiedung dieses Maßnahmenbündels wird noch vor Ende Juli erwartet.

Dem geistlichen Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche wird vorgeworfen, Kriegsverbrechen der Russischen Föderation zu rechtfertigen. Konkret lauten die Vorwürfe: Verstoß gegen die territoriale Integrität der Ukraine (Artikel 110, Absatz 3 des ukrainischen Strafgesetzbuchs) sowie Führung eines Angriffskrieges (Artikel 437, Absatz 2 desselben Gesetzes). Bereits 2023 hatte der ukrainische Sicherheitsdienst SBU Haftbefehl gegen den Patriarchen erlassen, der bürgerlich Wladimir Gundjajew heißt.

Stimmen aus dem religiösen Umfeld

Von den bulgarischen Metropoliten bezog bislang einzig Naum von Russe öffentlich Stellung zu den Vorgängen. Zudem verurteilte der ökumenische Patriarch Bartholomäus den Angriff auf das Höhlenkloster von Kiew am 15. Juni. Diese Entwicklungen verdeutlichen den wachsenden Druck, dem religiöse Institutionen und ihre Führungspersönlichkeiten im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ausgesetzt sind.

Der Sanktionsvorschlag gegen Patriarch Kyrill ist Ausdruck der weltweiten Reaktion auf Russlands Vorgehen in der Ukraine – insbesondere auf Versuche, die Aggression über religiöse Kanäle zu legitimieren. Er unterstreicht zudem die politische Rolle von Glaubensführern und deren Einfluss auf die öffentliche Meinung. Da der Ukraine-Konflikt weiterhin andauert, könnte die Haltung der internationalen Gemeinschaft zu den religiösen Dimensionen des Krieges weitreichende Folgen für das Verhältnis der Kirchen in der Region und darüber hinaus haben. Dieser Schritt zeigt, dass die EU bereit ist, auch symbolträchtige Figuren des russischen Establishments zur Rechenschaft zu ziehen.


Lesen Sie auch

Werbung