Ex-Außenminister Ogrjsko kritisiert Europas Ukraine-Hilfe: Sie zielt aufs Überleben, nicht auf den Sieg.

Ex-Außenminister Ogrjsko kritisiert Europas Ukraine-Hilfe: Sie zielt aufs Überleben, nicht auf den Sieg
Ex-Außenminister Ogrjsko kritisiert Europas Ukraine-Hilfe: Sie zielt aufs Überleben, nicht auf den Sieg

Die Analyse von Wolodymyr Ogrjsko zur europäischen Unterstützung

Nach Angaben von TSN.ua: Der frühere ukrainische Außenminister Wolodymyr Ogrjsko sieht in der europäischen Hilfe für sein Land ein grundsätzliches Problem: Sie diene lediglich dem Überleben, nicht aber dem militärischen Sieg. Der Diplomat, der von 2007 bis 2009 das Außenministerium leitete, fordert eine grundlegende Neuausrichtung der Unterstützung. Nur so könne neben der wirtschaftlichen Stabilität auch eine echte Kriegswende erreicht werden.

Ogrjsko stellt klar, dass die europäischen Partner zwar helfen, ihr Ziel aber primär darin bestehe, eine Niederlage der Ukraine zu verhindern.

„Die Europäer helfen uns nur, damit wir nicht verlieren. Doch warum stellt sich die Frage nicht grundsätzlicher: Warum hilft man uns nicht so, dass die Ukraine gewinnt?“
, fragt der Ex-Minister. Er pocht insbesondere auf mehr militärische Unterstützung aus Deutschland und nennt als konkretes Beispiel die Lieferung von Marschflugkörpern.
„Der deutsche Kanzler sagt die richtigen Worte. Aber warum hilft man der Ukraine nicht jetzt, das zu bekommen, was in Deutschland vorhanden ist, zum Beispiel weitreichende Raketen?“
, so Ogrjsko.

Der Krieg wird dauern – die Strategie muss sich ändern

Die Dringlichkeit einer strategischen Wende unterstreicht auch die Einschätzung des polnischen Außenministers Radosław Sikorski, der einen baldigen Ende des Krieges ausschließt. Die lange Dauer des Konflikts gefährdet nicht nur die Sicherheit der Ukraine, sondern die Stabilität der gesamten Region. Ogrjsko räumt ein:

„Natürlich hilft uns Europa, wirtschaftlich durchzuhalten.“
Doch dieses Ziel sei zu niedrig gesteckt, um einen Sieg zu ermöglichen. Seine Kritik spiegelt eine wachsende Besorgnis unter ukrainischen Entscheidungsträgern wider: Die europäische Hilfe muss endlich auf ein siegbringendes Niveau angehoben werden, anstatt sich mit der Eindämmung des Aggressors zu begnügen. In einem langwierigen Abnutzungskrieg kann diese Kurskorrektur über die Zukunft der Ukraine entscheiden.

Zusammengefasst fordert Ogrjsko ein grundsätzliches Umdenken bei der militärischen und finanziellen Unterstützung durch die europäischen Partner. Es gehe nicht mehr nur ums Überleben, sondern darum, die Voraussetzungen für einen Sieg zu schaffen.


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