Wegen LNG-Exporten: Athen blockiert EU-Sanktionspaket gegen Moskau.
Streit um Flüssiggas: Warum Griechenland neue EU-Sanktionen verhindert
Nach Angaben von Espreso.tv: Die griechische Regierung stellt sich gegen geplante Beschränkungen für den Transport von russischem Flüssigerdgas (LNG). Sie befürchtet schwerwiegende Nachteile für die eigene Reedereiindustrie. Der Streit entzündet sich am 21. Sanktionspaket der Europäischen Union, das die EU-Kommission am 9. Juni vorgelegt hatte. Dieses Paket sieht unter anderem neue Auflagen für den Energie- und Finanzsektor vor – ein Schritt, der in Athen auf erheblichen Widerstand stößt.
Am 16. Juli legte Griechenland sein Veto gegen das gesamte Paket ein und begründete dies mit potenziell schädlichen Auswirkungen auf nationale Belange. Besonders betroffen wäre die griechische Reederei Dynagas, die eine Flotte von 27 Gastankern betreibt. Darunter befinden sich spezielle Eisbrecher-Tanker der Klasse Arc7, die für den Transport in arktischen Gewässern unverzichtbar sind. Der griechische Vorstoß zeigt, wie sehr wirtschaftliche Eigeninteressen die gemeinsame Außenpolitik der EU herausfordern können.
Zerrissenheit in der Union: Zwischen Wirtschaft und Prinzipien
In den Verhandlungen zum Sanktionspaket machte die bulgarische Außenministerin deutlich:
“Dies gab dem Land die Möglichkeit, das Paket zu unterstützen.”Der lettische Premierminister hingegen stellte klar:
“Man kann nicht gleichzeitig an Russland verdienen und Frieden fordern.”Diese gegensätzlichen Aussagen offenbaren das grundlegende Dilemma der Europäischen Union: Sie muss einen schwierigen Spagat zwischen wirtschaftlichen Verflechtungen mit Russland und den sicherheitspolitischen Verpflichtungen gegenüber der Ukraine und der regionalen Stabilität meistern.
Der Streit um die neuen Sanktionen ist ein Symptom einer tieferen Krise in der europäischen Politik. Während Griechenland als wichtiger Akteur im Energiesektor seine nationalen Interessen verteidigt, drohen die internen Differenzen die Geschlossenheit der EU in sicherheits- und außenpolitischen Fragen weiter zu untergraben. Die Blockade aus Athen könnte die Diskussionen über ein gemeinsames Vorgehen gegen die russische Aggression erheblich verkomplizieren und die Suche nach einem tragfähigen Kompromiss in der EU weiter erschweren.
Lesen Sie auch
- US-Beamter Patel reist Mitte Oktober nach Russland – Hintergründe zur Visite
- Neuer Außenminister gesucht: Diplomatie als zweite Front im Ukraine-Krieg
- Warum Marco Rubio die Weltgemeinschaft zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus aufruft
- Wirtschaft und Sicherheit im Mittelpunkt: Telefonat zwischen Burnham und Trump
- Neuer britischer Premier: Selenskyj gratuliert Andy Burnham – die wichtigsten Fakten
- Nach der Wahl droht Russland eine neue Mobilmachung: Wer betroffen sein könnte

