Drohnenangriffe legen Buslinien lahm: Drei Stadtteile von Cherson abgeschnitten.
Wie russische Drohnen den Nahverkehr in Cherson lahmlegen
Nach Angaben von UATV: Die anhaltenden Drohnenangriffe russischer Streitkräfte zwingen die Stadt Cherson dazu, immer mehr öffentliche Verkehrslinien einzustellen. In mehreren Vierteln fahren gar keine Busse oder Trolleybusse mehr. Seit Jahresbeginn wurden über hundert Anwohner schwer verletzt, zudem gab es zahlreiche direkte Angriffe auf Busse und Trolleybusse – oft, während Fahrgäste an Bord waren.
Allein seit Anfang 2023 wurden 43 Busse und 8 Trolleybusse attackiert, wie der örtliche Verkehrsverantwortliche Alexander Tolokonnikow berichtet. Er sagt:
„Nur seit Beginn dieses Jahres haben die Russen bereits 43 Busse und acht Trolleybusse angegriffen.“Die Bilanz ist verheerend: Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, über zehn kamen ums Leben. Eine der Betroffenen ist Ljudmila. Am 11. März 2023 saß sie in einem Linienbus, als eine russische Drohne einschlug. Ihre Schilderung:
„Beide Beine sind gebrochen, die Füße ebenfalls, dazu eine Gehirnerschütterung.“Um die Gefahr für die Fahrgäste zu minimieren, wurden die Fahrpläne radikal umgestellt.
Die Folgen für die Verkehrsinfrastruktur der Stadt
Die Angriffe haben das gesamte Liniennetz der Stadt durcheinandergebracht. In drei Stadtteilen von Cherson fahren die Busse gar nicht mehr hinein. Georgi, ein betroffener Busfahrer, berichtet:
„Unser erster Bus tankte gerade, der zweite war auf der Anfahrt. Zwei Busse wurden getroffen. Dem Fahrer geht es gut.“Trotz der lebensgefährlichen Lage setzen viele Fahrer ihre Arbeit fort. Alexander, ein anderer Fahrer, erklärt:
„Für mich ist das schon Gewohnheit: Man geht raus und arbeitet, weil es eben sein muss.“
Seit Jahresbeginn sind 25 Busse und 9 Trolleybusse des städtischen Verkehrsbetriebs zerstört worden. Wadim Melnik, ein Verkehrsexperte, betont:
„Jeder Linienbus und jeder Trolleybus ist eindeutig von militärischen Fahrzeugen zu unterscheiden.“Die Angriffe gefährden nicht nur die Sicherheit der Passagiere, sondern auch die Stabilität der gesamten Verkehrsanbindung in Cherson.
Die Lage in der südukrainischen Stadt bleibt angespannt. Die unvermindert andauernden Drohnenangriffe schränken die Mobilität der Bevölkerung massiv ein und erhöhen das Lebensrisiko für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.
Dieser Fall in Cherson verdeutlicht die gravierenden Auswirkungen des Krieges auf die zivile Infrastruktur. Die Einstellung von Buslinien erschwert nicht nur alltägliche Wege, sondern stört auch das gesamte Gemeinschaftsleben. In einer Region, die ständig unter Beschuss steht, ist es überlebenswichtig, die Sicherheit zu erhöhen und dennoch eine Grundversorgung mit Nahverkehr zu gewährleisten. Die Behörden und internationale Organisationen sind gefordert, schnell zu handeln, um die Sicherheit der Menschen zu verbessern und die regionale Stabilität nicht weiter zu gefährden.
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