Aufruf zur Entschärfung der Rhetorik: Ukrainische und polnische Kardinäle werben um Frieden.

Aufruf zur Entschärfung der Rhetorik: Ukrainische und polnische Kardinäle werben um Frieden
Aufruf zur Entschärfung der Rhetorik: Ukrainische und polnische Kardinäle werben um Frieden

Gemeinsame Erklärung der Kardinäle der UGKK für Aussöhnung

Nach Angaben von Espreso.tv: Fünf Kardinäle der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) haben am Festtag der Apostel Petrus und Paulus eine Stellungnahme veröffentlicht. Das Dokument, das sowohl in Rom als auch in Kiew präsentiert wurde, ruft zu einem friedlichen Miteinander zwischen Ukrainern und Polen auf und fordert eine Abrüstung der Worte. Die Erklärung ist auf der offiziellen Webseite der UGKK einsehbar.

Unterzeichnet wurde das Papier von den Kardinälen Mykola Bychok, Konrad Krajewski, Kazimierz Nycz, Grzegorz Ryś sowie dem Oberhaupt der UGKK, Seliger Swjatoslaw. Die Geistlichen äußerten darin ihre Besorgnis über die wachsenden Spannungen und das Wiederaufleben von Feindseligkeiten zwischen beiden Völkern. Sie betonten:

'Mit Schmerz beobachten wir die zunehmende gegenseitige Anspannung und das Wiederaufleben feindseliger Stimmungen zwischen Polen und Ukrainern.'

Weiterhin hoben die Kardinäle die Bedeutung gemeinsamer Werte und eines verbindenden Erbes hervor. Dazu erklärten sie:

'Zu viel verbindet unsere Völker, als dass wir zulassen dürften, das gemeinsame Erbe zu vergeuden.'

Sie wiesen darauf hin, dass nicht nur Worte, sondern auch Gesten verletzen können: 'Dies betrifft nicht nur Worte, sondern auch Gesten, Zeichen und Symbole. Auch sie können verletzen, den Weg zur Begegnung versperren und Angst erzeugen.'

Die Stellungnahme ist eine Reaktion auf die jüngste Verschlechterung der polnisch-ukrainischen Beziehungen. Auslöser war unter anderem ein Dekret des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, mit dem eine Spezialeinheit nach den 'Helden der UPA' benannt wurde. Als Konsequenz entzog der polnische Präsident Andrzej Nawrocki Selenskyj den Orden des Weißen Adlers.

Bereits im Juni 2026 hatte der ukrainische Abgeordnete Oleksandr Knjaschyzkyj zur Formel 'Wir vergeben und bitten um Vergebung' aufgerufen. Die Bedeutung der Versöhnung zwischen Ukrainern und Polen wurde bereits 2003 von Papst Johannes Paul II. in einem Brief hervorgehoben. Um den historischen Kontext zu verstehen: Die Spannungen sind tief in den Ereignissen des 20. Jahrhunderts verwurzelt, darunter die Wolhynien-Massaker, die bis heute nachwirken.

Gemeinsame Anstrengungen für friedliche Beziehungen

Die Zusammenarbeit zwischen Ukrainern und Polen umfasst verschiedene Initiativen, darunter:

  • Gebete
  • Begegnungen
  • Briefwechsel aus dem Jahr 2005
  • Gemeinsame Erklärungen von 2013
  • Botschaften aus dem Jahr 2023

Diese Maßnahmen gelten als wichtige Schritte zur Verbesserung des bilateralen Verhältnisses.

Die Erklärung der Kardinäle spiegelt die Sorge um den aktuellen Zustand der polnisch-ukrainischen Beziehungen wider und zielt darauf ab, den Dialog und die Versöhnung zwischen beiden Nationen zu fördern. Sie unterstreicht die Bedeutung einer gemeinsamen Geschichte und kultureller Werte, die als Grundlage für künftige Kooperation und Verständigung dienen können.

Angesichts aktueller Herausforderungen wie politischer Spannungen ist es wichtig, Offenheit für gegenseitige Initiativen und gemeinsame Aktionen zu bewahren, die die Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen verbessern können.


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