Zweifelhafte Geschäfte: Kiew kauft Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von einer Scheinfirma – die angebliche Geschäftsführerin arbeitete in einem Restaurant.

Zweifelhafte Geschäfte: Kiew kauft Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von einer Scheinfirma – die angebliche Geschäftsführerin arbeitete in einem Restaurant
Zweifelhafte Geschäfte: Kiew kauft Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von einer Scheinfirma – die angebliche Geschäftsführerin arbeitete in einem Restaurant

Fehlende Transparenz bei städtischen Ausschreibungen in Kiew

Nach Angaben von Novyny.live: In der ukrainischen Hauptstadt gibt es erhebliche Zweifel an der Korrektheit eines städtischen Einkaufs. Der Kiewer Stadtrat Andrij Witrenko machte öffentlich, dass Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) möglicherweise von einem Unternehmen erworben wurden, das als Scheinfirma eingestuft werden muss. Die angebliche Direktorin dieser Firma lebt gar nicht in der Ukraine. Die fragliche Beschaffung erfolgte am 25. März. Nach Angaben von Witrenko stammten die Anlagen ursprünglich von einer slowakischen Firma, die sie zuvor in Österreich eingekauft hatte.

Der Stadtrat wies darauf hin, dass das kaufende Unternehmen unter einer Massenadresse registriert war, die häufig für betrügerische oder nicht existente Firmen genutzt wird.

„Die Firma war unter einer Massenregistrierungsadresse eingetragen, die oft für Scheinunternehmen genutzt wird“ – Andrij Witrenko

Finanzgebaren der Stadtwerke Kiew (Kyjiwteploenerho)

Parallel dazu sorgt der kommunale Energieversorger Kyjiwteploenerho für Diskussionen. Das Unternehmen fordert zusätzliche finanzielle Mittel, obwohl nach dem Ende der Heizperiode noch über 11 Milliarden Griwna auf seinen Konten lagen. Fast zwei Milliarden Griwna davon waren sogar noch aus dem Vorjahr übrig. Diese hohen Rücklagen werfen Fragen zur finanziellen Transparenz und zum Umgang mit öffentlichen Geldern auf.

Der Fall verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig eine strenge Kontrolle öffentlicher Ausgaben und Ausschreibungen bei kommunalen Betrieben ist. Angesichts der angespannten Haushaltslage könnten die von Witrenko angestoßenen Enthüllungen zu einer verstärkten zivilgesellschaftlichen Überwachung und zu Initiativen der Stadtverwaltung führen, um künftige Missbrauchsfälle zu verhindern. Die weiteren Ermittlungen werden maßgeblich darüber entscheiden, ob das Vertrauen in die städtischen Versorger wiederhergestellt werden kann.


Lesen Sie auch

Werbung