Benzinknappheit in Russland: Kirgisistan bittet Nachbarländer um Treibstoffhilfe.
Herausforderungen für die Energieversorgung in Zentralasien
Nach Angaben von Espreso.tv: Diese Woche hat Kirgisistan offizielle Hilfsgesuche an Kasachstan, Aserbaidschan und Turkmenistan gerichtet. Grund ist die akute Treibstoffknappheit in dem Binnenstaat, der selbst nur über eine geringe eigene Förderung verfügt. Die Lage an den Tankstellen spitzt sich zunehmend zu, weshalb die Regierung nun auf die Unterstützung der Nachbarstaaten angewiesen ist.
Vor diesem Hintergrund verschärft Kasachstan seine Kontrollen beim Export von Kraftstoffen. So dürfen Fahrzeuge die Grenze künftig nur noch einmal pro Tag passieren, was die Lieferungen nach Kirgisistan zusätzlich erschweren dürfte. Zudem hat Kasachstan den Bahnexport bestimmter Erdölerzeugnisse gestoppt. Interessanterweise hat sich Kasachstan gleichzeitig bereit erklärt, Russland im Juli und August rund 50.000 Tonnen der Benzinsorten AI-92 und AI-95 zu liefern – ein klares Zeichen für die enorme Nachfrage in der gesamten Region.
Steigende Preise und regionale Engpässe
Im benachbarten Usbekistan sind die Benzinpreise zuletzt sprunghaft angestiegen, was Experten auf die angespannte Versorgungslage zurückführen. In Russland selbst herrscht bereits seit Ende Mai ein Mangel an Ottokraftstoff. Bereits am 1. April hatte Moskau ein Exportverbot für Benzin verhängt, von dem lediglich Lieferungen auf Basis zwischenstaatlicher Abkommen ausgenommen sind.
„Um den Engpass zu beheben, plant Russland ab dem 17. Juni Seetransporte von Benzin aus China, Singapur und Südkorea. Ab dem 1. Juli sollen zudem mindestens 60.000 Tonnen Treibstoff aus Indien auf dem Seeweg eintreffen.“
Die Energiesicherheit in Zentralasien wird zunehmend prekärer. Die Länder der Region kämpfen mit Versorgungsengpässen, während die Nachfrage steigt und Exportbeschränkungen den Handel erschweren. Kirgisistan versucht durch die Bitte um Hilfe bei den Nachbarn, seine Energieversorgung zu sichern. Kasachstan wiederum reagiert auf die hohe Inlandsnachfrage mit neuen Ausfuhrbeschränkungen. Sollte die Knappheit anhalten, drohen in den Schwellenländern der Region nicht nur weitere Preissprünge, sondern auch eine Verschärfung der wirtschaftlichen und sozialen Probleme.
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