40 Milliarden Dollar aus privaten Rententöpfen: Wie der Kreml die Kriegskasse füllen will.
Kriegsfinanzierung und die wirtschaftliche Schieflage Russlands
Nach Angaben von UATV: Die russische Regierung sucht fieberhaft nach neuen Geldquellen für den Krieg. Einem Gesetzentwurf zufolge, den das Finanzministerium Mitte Juni 2023 befürwortete, sollen die privaten Rentenersparnisse der Bürger – fast 40 Milliarden Dollar – in den Staatshaushalt überführt werden. Der Kommunist Gennadi Zyuganov fordert darüber hinaus, auch die rund zwei Billionen Dollar auf den Konten russischer Firmen und Privatpersonen zu beschlagnahmen. Experten warnen vor sozialen Verwerfungen, falls dieser Schritt tatsächlich umgesetzt wird.
Aktienmarkt im freien Fall und Kürzungen im Gesundheitssektor
Der russische Aktienmarkt erlebt einen dramatischen Einbruch: Der Moskauer Börsenindex fällt bereits 20 Wochen in Folge und hat seit Anfang April 2023 rund 30 Prozent seines Wertes verloren. Aktien großer Konzerne wie Gazprom, VTB, Norilsk Nickel, Aeroflot und MTS sind zwischen 21 und 28 Prozent gefallen. Besonders hart traf es den Goldproduzenten Polyus: Innerhalb von zwei Wochen verlor das Unternehmen über die Hälfte seines Börsenwertes (53 Prozent). Investoren flüchten in Kryptowährungen und ausländische Anlagen – eine Investition in Apple-Aktien hätte seit 2006 einen Gewinn von mehr als 130.000 Dollar gebracht, während Gazprom-Papiere im selben Zeitraum einen Verlust von über 600 Dollar eingefahren hätten.
Gleichzeitig kürzt die russische Führung die Ausgaben für das Gesundheitswesen, um Haushaltslöcher zu stopfen. Dies zeigt, wie stark der Krieg die Finanzen des Landes belastet. Der Ökonom Jaroslaw Romanchuk kommentierte die Lage mit den Worten:
„Der Zustand der Luftfahrt ist ein Lackmustest für die sogenannte technologische Überlegenheit oder das Niveau der russischen Wirtschaft.“Ein konkretes Beispiel: Die Fluggesellschaft Red Wings kann ihr Charterprogramm nicht mehr vollständig umsetzen – von drei Boeing 777 absolviert nur noch eine Maschine regelmäßige Linienflüge.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Russlands nehmen immer stärkere Formen an. Während die Regierung alle Mittel für den Krieg mobilisiert, leiden soziale Bereiche wie die medizinische Versorgung. Die beschriebenen Entwicklungen unterstreichen, wie sehr der russische Staat bereit ist, das Vermögen seiner Bürger anzutasten, um den militärischen Kurs fortzusetzen. Die langfristigen Folgen für die Wirtschaft und die Bevölkerung des Landes bleiben abzuwarten.
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