Ukrainischer Rüstungsproduzent steigert Ausstoß: 200 Marschflugkörper pro Monat und Einstieg in ballistische Waffen.
Produktion läuft wieder an – neue Raketenklasse geplant
Nach Angaben von Espreso.tv: Fire Point hat die Fertigung wieder aufgenommen. Das Unternehmen konzentriert sich auf Marschflugkörper vom Typ 'Flamingo' und Drohnen des Modells FP-1. Diese Waffen wurden bereits mehrfach bei Angriffen gegen Ziele in Russland eingesetzt. Darüber hinaus arbeitet Fire Point an der Entwicklung ballistischer Raketen – ein Schritt, der die ukrainische Verteidigungsindustrie massiv voranbringen könnte.
Zahlen und Fakten zum Unternehmen
Fire Point betreibt 83 Fabriken in der Ukraine sowie eine in Dänemark. Rund 6000 Menschen sind dort beschäftigt. Die monatliche Produktion liegt bei etwa 200 Flamingo-Raketen. Diese haben eine Reichweite von über 3000 Kilometern und können bis zu 1150 Kilogramm Sprengstoff transportieren. Eine Rakete kostet knapp unter 600.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Eine Tomahawk, das US-Äquivalent, schlägt mit rund 3,5 Millionen Dollar zu Buche. Die Drohnen FP-1 sind mit Preisen zwischen 55.000 und 75.000 Dollar deutlich günstiger.
Die internationale Rüstungsgruppe EDGE plant, 30 Prozent der Anteile an Fire Point zu erwerben – für schätzungsweise 760 Millionen Dollar. Dies zeigt das große Interesse globaler Investoren an dem ukrainischen Hersteller. Fire Point-CEO Terekh erklärte dazu:
„Mir ist in den letzten Monaten kein einziger Angriff auf russisches Gebiet bekannt, der ohne unsere Raketen oder Drohnen stattgefunden hätte.“
Damit wird deutlich, wie zentral die Produkte des Unternehmens für die aktuellen Militäroperationen sind. Fire Point engagiert sich zudem in der Initiative 'Freya' – einem internationalen Projekt, das eine Alternative zum Patriot-System schaffen soll. Das unterstreicht den Anspruch des Konzerns, sich weltweit als wichtiger Akteur der Rüstungsindustrie zu etablieren. Parallel dazu laufen in der Ukraine jedoch Korruptionsermittlungen gegen Fire Point, die die weitere Entwicklung und Investitionsmöglichkeiten des Unternehmens gefährden könnten.
Die wieder aufgenommene Fertigung und die Expansionspläne zeigen, wie dynamisch die ukrainische Rüstungsbranche während des Krieges agiert. Die Partnerschaft mit EDGE und internationale Projekte wie 'Freya' belegen den Ehrgeiz, nicht nur national, sondern auch global konkurrieren zu wollen. Die offenen Korruptionsverfahren werfen allerdings Fragen zur langfristigen Stabilität des Unternehmens auf. Insgesamt wird Fire Point so zu einem Beispiel für die wachsende Eigenständigkeit der ukrainischen Verteidigungsindustrie in einer konfliktreichen Phase.
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