Kuleba zur Lage in Transnistrien: Keine militärische Gefahr für die Ukraine.
Die Lage in Transnistrien
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ehemalige ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hat sich in einem Interview zur Situation in der abtrünnigen Region Transnistrien geäußert. Dabei stufte er die von dort ausgehende militärische Bedrohung für die Ukraine als gleich null ein. Gleichzeitig ging er auf die verstärkte Ausgabe russischer Pässe an die Bewohner Transnistriens ein und betonte, dass Tiraspol keine Gefahr für sein Land darstelle. Kuleba wies zudem Gerüchte über eine mögliche ukrainische Militäroperation in der Region ohne Zustimmung Moldawiens entschieden zurück.
Am 15. Mai 2023 hatte der russische Präsident Wladimir Putin ein Dekret erlassen, das den Einwohnern Transnistriens den vereinfachten Erhalt eines russischen Passes ermöglicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommentierte diesen Schritt mit den Worten:
'Dieser spezifische Schritt bedeutet nicht nur, dass Russland auf diese Weise nach neuen Soldaten sucht, denn die Staatsbürgerschaft bringt die Wehrpflicht mit sich.' – Wolodymyr Selenskyj
Der diplomatische Kurs der Ukraine
Kuleba machte deutlich: Sollten die Moldawier dem zustimmen und den Wunsch äußern, dass die Ukraine in der Transnistrien-Frage hilft, dann würde in Tiraspol 'sehr schnell die ukrainische Flagge wehen'. Er ergänzte, der Kreml brauche 'irgendwelche Entscheidungen und müsse den Anschein eines geheimen genialen Plans erwecken'. Aus seiner Sicht geht von der Region keine Gefahr für die Ukraine aus, und es seien keinerlei militärische Aktionen von ukrainischer Seite geplant, die nicht zuvor mit Moldawien abgestimmt wären.
Die Lage in Transnistrien bleibt nach Einschätzung ukrainischer Beamter wie Kuleba unter Kontrolle, da von dort keine Bedrohung ausgehe. Selenskyj zufolge dient die Vergabe russischer Pässe an die lokale Bevölkerung vor allem dazu, die militärische Präsenz Russlands zu stärken. Für die Ukraine sei es jedoch entscheidend, in dieser Frage einen diplomatischen Weg zu verfolgen. Die enge Zusammenarbeit mit Moldawien ist für die regionale Sicherheit von zentraler Bedeutung, denn jegliche Schritte der Ukraine bedürfen der Abstimmung mit der moldawischen Regierung.
Lesen Sie auch
- Deutschland, Frankreich und Großbritannien planen Gespräche mit Moskau: Selenskyj signalisiert Verhandlungsbereitschaft
- Gedenktag in der Ukraine: 791 Kinder durch russische Aggression getötet
- Selenskyj signalisiert Gesprächsbereitschaft mit Putin: Reaktionen aus Washington
- Russlands Haushaltsloch wächst auf 6 Billionen Rubel – Wirtschaft vor dem Zusammenbruch
- Neue Signale aus Kiew: Selenskyj zeigt sich offen für direkte Gespräche mit Putin
- Gespräch zwischen Selenskyj und Norwegens Premier: Neue Luftabwehr-Lieferungen für die Ukraine

