Neuer Verteidigungsminister in der Ukraine: Jewhen Chmara übernimmt nach Fedorows Rücktritt.
Personalwechsel im ukrainischen Verteidigungsministerium
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 16. Juli 2023 gab es bedeutende Veränderungen an der Spitze des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj beauftragte Jewhen Chmara mit der Wahrnehmung der Amtsgeschäfte als Verteidigungsminister. Dies geschah einen Tag nach dem Rücktritt von Mychajlo Fedorow am 15. Juli 2023. Zusammen mit Fedorow verließen auch Serhij Sternenko und Serhij „Flesch“ Beskrestnow ihre Posten.
Die Neubesetzungen stießen in der Öffentlichkeit und unter Militärangehörigen auf geteilte Reaktionen. Am 16. Juli reichte Pawlo Jelisarow, stellvertretender Kommandeur der ukrainischen Luftstreitkräfte, sein Rücktrittsgesuch ein. Er begründete dies damit, dass die Entlassung Fedorows ein „großes Übel für die Verteidigungsfähigkeit des Landes“ sei. Zeitgleich fand auf dem Iwan-Franko-Platz in Kiew eine Kundgebung zur Unterstützung von Mychajlo Fedorow statt, bei der Bürger ihren Unmut über die Führungswechsel im Verteidigungsministerium äußerten.
Reaktionen auf die Personalentscheidungen
Sicherheitsexpertin Maryna Danyljuk-Jarmolajewa äußerte sich wie folgt:
„Als Mychajlo Fedorow in einer Präsentation mit Folien darlegte, was im Verteidigungsministerium falsch läuft und wer ihn bei der Armeereform behinderte, da wurden die Interessenten für den Ministerposten schlagartig weniger.“ – Maryna Danyljuk-Jarmolajewa
Sie fügte hinzu: „Herr Chmara gehört zu den hellen Köpfen im Sicherheitsdienst der Ukraine. Daher wäre es schade, wertvolles Personal zu verlieren, nur weil jemand eine Lücke stopfen muss.“
Mychajlo Fedorow betonte in seiner Stellungnahme zudem: „Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, stellte mir ein Ultimatum und blockierte Initiativen des Ministeriums.“ Dies dürfte maßgeblich zu seinem Rücktritt beigetragen haben. Die personellen Veränderungen im Verteidigungsministerium der Ukraine werden somit von erheblichem öffentlichen Echo und Debatten über die künftige Wehrfähigkeit des Landes begleitet.
Diese Umbesetzungen im Verteidigungsministerium zeigen, dass die internen Spannungen in der militärischen Führung anhalten. Das könnte die Effektivität der Landesverteidigung angesichts der anhaltenden Aggression beeinträchtigen. Der Rücktritt Fedorows und die darauffolgenden Reaktionen aus Militär und Bevölkerung unterstreichen, wie wichtig Stabilität und Rückhalt in den für die nationale Sicherheit zentralen Institutionen sind. Gleichzeitig könnte dies eine neue Phase im Verhältnis zwischen politischer Führung und Militärkommando einläuten, die mehr Dialog und Zusammenarbeit erfordert, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern.
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