Frost und Beschuss: wie die Region Kiew ohne Strom überlebt und ob das Energiesystem standhalten kann.
Nach Angaben von ТСН: In der Region Kiew sind über 270.000 Familien ohne Elektrizität geblieben. Die meisten Abschaltungen erfolgten aufgrund von Naturkatastrophen: Eis hat 220 Stromleitungen beschädigt. Nasser Schnee und Glätte bringen Bäume zu Fall und erschweren die Arbeit der Energietechniker. Darüber hinaus haben Beschüsse von russischer Seite 90.000 Familien in der Region gezwungen, auf die Wiederherstellung der Stromversorgung zu warten.
Borschtsch auf dem Gasherd und Leben ohne Aufzug
Frau Anastasia holt die letzte Portion Borschtsch aus dem Kühlschrank für ihren fünfjährigen Sohn Artem.
„Einen Tag vor dem Blackout habe ich einen Topf Borschtsch gekocht, und wir hatten was zu essen, wir mussten nur aufwärmen“, erzählt die Frau.
Sie war gezwungen, den Gasherd zu benutzen, den sie im Voraus gekauft hatte. Die Wohnung von Anastasia, wie die gesamte Stadt Slawutytsch, hängt vollständig von Elektrizität ab. Nach dem russischen Beschuss ist die 20.000 Einwohner zählende Stadt in Dunkelheit gehüllt. Zwei Tage lebte Slawutytsch mit Generatoren, während die kritische Infrastruktur eine Notstromversorgung erhielt.
Warum Slawutytsch und die Linke Uferregion bedroht sind?
Die Stadt der Energietechniker ist nicht zum ersten Mal Angriffen ausgesetzt. Der Energieexperte Swjatoslav Pawljuk erklärt:
„Slawutytsch ist auch ein Hauptknotenpunkt des ukrainischen Energiesystems, weshalb ein erheblicher Teil der Elektrizität darüber läuft. Slawutytsch – das sind praktisch Schläge gegen die Region Tschernihiv. Die Region Tschernihiv und Sumy hat faktisch die meisten Treffer, weil sie sich wieder am Rande des Energiesystems befinden.“
Vor dem umfassenden Einmarsch gab es genug Elektrizität in der Linken Uferregion, doch die Besetzung des Atomkraftwerks Saporischschja und Schäden an den Wärmekraftwerken haben diese Situation verändert.
Swjatoslav Pawljuk: „Angriffe auf diese Stationen, die sich in Slawutytsch, in der Nähe von Saporischschja und Dnipro befinden, verhindern die Möglichkeit, Elektrizität zwischen Produzenten und Konsumenten auf große Entfernung zu transferieren.“
Prognose von „Ukrenergo“ für Frost -17°C
Der Vorsitzende des Vorstands von JSC NEC „Ukrenergo“ Witalij Saijtschenko merkt an, dass das System die Lasten bewältigt, aber eine schwierige Zeit bevorsteht:
„Wenn man über Defizite spricht, dann gibt es vielleicht den Pluspunkt, dass die Regierung den Auftrag gegeben hat, die Anzahl der kritischen Infrastrukturobjekte zu verringern, die nicht abgeschaltet werden, und sie werden nun abgeschaltet.“
Er betonte auch, dass für die Krankenhäuser Notstromaggregate im Falle eines Notfalls erforderlich sind.
Akkumulatorensysteme: die Erfahrung des Überlebens der Stadt
Gemeinsam mit dem Bürgermeister von Slawutytsch Jurij Fomitschew besuchten Journalisten einen Schulbunker, in dem ein Akkumulatorsystem mit 120 kW Energiespeicher installiert ist.
Jurij Fomitschew: „Es gab viele Menschen, die ihre Gadgets aufluden, und das alles funktionierte. Hätten wir nicht die Notstromsysteme gehabt, hätten wir viel mehr verbraucht.“
Kann man das System vollständig schützen?
Der Leiter der Energieprogramme des Ukrainischen Instituts für Zukunft Andrijan Prokip unterstreicht die Bedeutung der Dezentralisierung:
„Die Ansätze werden überarbeitet und nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern.“
Doch, wie Witalij Saijtschenko betonte, ist es technisch unmöglich, alles zu schließen:
„Sie verwenden Dutzende von Kamikaze-Drohnen, plus 3-5 Raketen verschiedener Klassen, was zu erheblichen Folgen für Energieobjekte führt.“
Wie man die Beschüsse stoppt
Die russischen Angriffe dauern jetzt schon vier Jahre. Es gibt zwei Hauptwege, um den Feind zu zwingen, den energetischen Terror zu beenden:
zusätzliche Systeme zur Luftabwehr;
asymmetrische Angriffe auf Russland.
Die Situation im Energiesektor der Ukraine bleibt angespannt, und die Folgen der Angriffe sind in den energieabhängigen Regionen am stärksten zu spüren. Um mit allen Herausforderungen umzugehen, sind nicht nur technische Lösungen, sondern auch ein strategischer Ansatz zum Schutz des Energiesystems notwendig. In diesem Zusammenhang sind die Maßnahmen des Staates im Bereich Verteidigung und Unterstützung der kritischen Infrastruktur wichtig.
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