Mathe raus aus dem Pflichtprogramm? Der umstrittene Gesetzesentwurf zum ukrainischen Hochschulzugangstest.

Mathe raus aus dem Pflichtprogramm? Der umstrittene Gesetzesentwurf zum ukrainischen Hochschulzugangstest
Mathe raus aus dem Pflichtprogramm? Der umstrittene Gesetzesentwurf zum ukrainischen Hochschulzugangstest

Streit um Mathematik im Hochschulzugangstest

Nach Angaben von Espreso.tv: In der Ukraine ist eine hitzige Debatte darüber entbrannt, ob Mathematik weiterhin ein Pflichtfach im standardisierten Hochschulzugangstest (NMT) bleiben soll. Ein neuer Gesetzesvorschlag sieht vor, das Fach ab 2027 für Studienbewerber nicht mehr verpflichtend zu machen. Kritiker bemängeln die hohe Schwierigkeit der Prüfung, während Befürworter auf die Bedeutung mathematischer Grundbildung pochen. Die aktuelle Testphase läuft vom 20. Mai bis zum 25. Juni und hat die Diskussion weiter angeheizt. Eltern, Pädagogen und Politiker sind in der Frage gespalten.

Der Gesetzesentwurf und die Haltung des Bildungsministeriums

Konkret geht es um den Gesetzesentwurf 15254-1, den die Abgeordnete Julia Gryschyna am 2. Juni 2023 einbrachte. Er zielt darauf ab, die verpflichtende Mathematikprüfung abzuschaffen. Das Bildungsministerium (MES) lehnt diesen Vorstoß jedoch strikt ab. Es verweist auf die Ergebnisse der PISA-Studie von 2022, wonach 40 Prozent der ukrainischen Jugendlichen nicht einmal die Grundkompetenzen in Mathematik erreichen. Aus Sicht des Ministeriums wäre eine Abschaffung des Tests ein fatales Signal.

Experten weisen zudem darauf hin, dass die Hürden für das Bestehen des Mathe-Teils niedrig sind: Es genügen bereits fünf von möglichen Testpunkten, um die Mindestschwelle zu überschreiten. Auch Bildungsminister Oksen Lisovyi betont, dass die Aufgaben des NMT den Schulstoff nicht überschreiten. Dennoch gibt es Befürchtungen, dass ein Verzicht auf die Mathe-Prüfung negative Folgen für die Bildung hätte.

„Die Abschaffung des Mathetests wäre eine sehr schlechte Entscheidung, die erneut eine ungesunde gesellschaftliche Hysterie entfacht“ – Petro Tschornomorez.

Er unterstrich, dass Schüler in der Lage sein müssten, „beispielsweise Statistiken zu analysieren“. Die Frage nach der Verbindlichkeit von Mathematik im NMT bleibt also hochaktuell – sie betrifft nicht nur das Bildungssystem, sondern auch die Vorbereitung der Jugend auf die Anforderungen der modernen Welt.

  • Mathematische Bildung ist strategisch wichtig für die Entwicklung kritischen Denkens.
  • Analytische Fähigkeiten sind für junge Menschen in der heutigen Zeit unverzichtbar.

Die weiteren Diskussionen und Entscheidungen über die Testgestaltung könnten das mathematische Niveau der Schüler und den gesamten Bildungsprozess in der Ukraine nachhaltig prägen.


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