Neues Gesetz erlaubt Zwangsevakuierung von Kindern – Mutter nach Rückkehr in Kampfgebiet angeklagt.
Anklage gegen Mutter nach schwerer Verletzung ihrer Tochter
Nach Angaben von TSN.ua: In der Region Charkiw muss sich eine Mutter vor Gericht verantworten. Ihre sechsjährige Tochter erlitt schwere Verletzungen in einer Zone, für die eine Pflichtevakuierung gilt. Die Frau hatte ihre Kinder zwar zunächst aus Kupjansk gebracht, kehrte mit dem Mädchen aber in das unter Beschuss liegende Gebiet zurück – mit gravierenden gesundheitlichen Folgen für das Kind. Als Reaktion auf diesen und ähnliche Fälle hat die Werchowna Rada ein Gesetz verabschiedet, das die zwangsweise Evakuierung Minderjähriger aus Kampfgebieten regelt. Es erlaubt, Kinder auch ohne Einwilligung der Eltern in Sicherheit zu bringen.
So soll die erzwungene Evakuierung ablaufen
Das neue Gesetz sieht vor, dass Eltern offiziell über die Rechtslage informiert werden. Ihre Zustimmung oder Weigerung wird schriftlich und per Video dokumentiert. Wichtig ist: Den Eltern werden während der Evakuierung nicht die elterlichen Rechte entzogen. Sie haben die Möglichkeit, ihre Kinder innerhalb von sechs Monaten abzuholen, sobald sie sich selbst in einem sicheren Gebiet aufhalten und dies nachweisen können.
In Kupjansk ist eine Zwangsevakuierung für 57 Ortschaften in den Rajons Tschuhujiw, Isjum und Kupjansk in Kraft. Parallel dazu entdeckten Polizisten kürzlich einen 13-jährigen Jungen, den sein alleinerziehender Vater vor den Behörden verstecken wollte.
'Wir sind weggefahren, weil es 'Einschläge' gab. Es ist furchtbar, dort mit Kindern zu sein.' - Hanna Mussorina
Das Kabinett der Minister hat nun drei Monate Zeit, den genauen Umsetzungsmechanismus für das Gesetz auszuarbeiten. Ziel ist es, den Schutz von Kindern in Kriegsgebieten zu gewährleisten. Oleg Bondarenko kommentierte die Neuregelung: 'In keinem Fall, weder während der Herausnahme der Kinder noch bei ihrer Übergabe, werden Eltern ihrer Rechte beraubt. Sie können ihr Kind abholen, sobald sie in Sicherheit sind.' Diese Maßnahmen sind Teil der staatlichen Bemühungen, den Schutz von Minderjährigen im Konflikt zu verbessern.
Der Fall verdeutlicht die extrem schwierigen Entscheidungen, vor denen Familien in Frontgebieten wie der Region Charkiw stehen. Die Möglichkeit zur erzwungenen Evakuierung soll die Risiken für Kinder verringern, die in akuter Gefahr zurückbleiben. Mit dem Gesetz versucht der Staat, einen besseren Schutz für Kinder zu gewährleisten, während gleichzeitig die Rechte der Eltern gewahrt bleiben – ein entscheidender Aspekt in der humanitären Krise der Region.
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