Wasser und Sumpf auf 260 Hektar: Gedenkstätte bei Kiew steht vor massiven Problemen.
Gedenkstätte in Marchaliwka
Nach Angaben von Espreso.tv: In der Ortschaft Marchaliwka nahe Kiew soll eine Gedenkstätte entstehen. Die Anwohnerin Julia Senyk zeigt sich jedoch besorgt über den Zustand des Geländes: Es sei stark versumpft und überschwemmt. Die Behörden versuchen, mit provisorischen Maßnahmen zu entwässern, doch laut Senyk bleibt die Lage schwierig. Das Areal ist reich an natürlichen Gewässern – es gibt Seen, Sümpfe und Flüsse. Drei Flüsse – Siwerka, Prytworka und Petila – entspringen in dieser Gegend.
Julia Senyk weist darauf hin, dass
„dort ständig kleine Quellen sprudeln“, was die Trockenlegung erschwert. Sie betont:
„Technisch gesehen fällt es ihnen sehr schwer, aus dieser Situation herauszukommen.“Zudem sieht sie Risiken, wenn Wasser von den Grabstätten in die natürlichen Flüsse abgeleitet wird:
„Dieses Wasser von den Begräbnisflächen wird in das natürliche Flussbett hinter dem Zaun geleitet.“
Behördenpläne und rechtliche Aspekte
Die Behörden planen derzeit, mehr als 260 Hektar für die Gedenkstätte zu erschließen. Die Drainage auf dem Friedhofsgelände hat jedoch eine Nutzungsdauer von nur 10 bis 15 Jahren, was bei den Anwohnern zusätzliche Sorgen auslöst. Als Reaktion auf diese Probleme erklärte das Sechste Verwaltungsberufungsgericht am 5. August 2025 eine Anordnung der Kiewer Militärverwaltung für rechtswidrig. Zudem gewann die Bürgerinitiative „Marchaliwka. Unterstützung“ am 30. Januar eine Kassationsbeschwerde vor dem Obersten Gerichtshof gegen den Bau des Gedenkfriedhofs.
Am 27. August fand auf dem Nationalen Militärgedenkfriedhof die Umbettung von Andrij Melnyk und seiner Frau statt. Diese Ereignisse unterstreichen, wie wichtig die Diskussion über Umweltrisiken und die Bedingungen für die künftige Gedenkstätte in Marchaliwka ist.
Die Situation in Marchaliwka ist nicht nur aus ökologischer Sicht bedeutsam, sondern auch im Hinblick auf das Gedenken an die Gefallenen. Der Bau der Gedenkstätte erfordert sowohl die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Gemeinde als auch der Umweltaspekte. Die Lösung der Entwässerungsprobleme könnte langfristige Folgen für die Natur haben, weshalb eine ausgewogene Entscheidung gefunden werden muss, die alle Seiten zufriedenstellt.
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