Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug auf: Falsche Jobs für Wehrpflichtige gegen Geld.

Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug auf: Falsche Jobs für Wehrpflichtige gegen Geld
Ukrainischer Geheimdienst deckt Betrug auf: Falsche Jobs für Wehrpflichtige gegen Geld

Systematischer Missbrauch von Bildungseinrichtungen

Nach Angaben von Espreso.tv: Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat ein weit verzweigtes Netzwerk enttarnt, das wehrpflichtigen Männern durch Scheinarbeitsverhältnisse eine Ausnahme vom Militärdienst verschaffte. Bei der Aktion wurden acht Verdächtige festgenommen, gleichzeitig kamen in mehreren Landesteilen ähnliche Machenschaften ans Licht.

Im Gebiet Sumy lief die Masche über zwei Jahre: Die Drahtzieher stellten Wehrpflichtige fiktiv als Dozenten an. So erhielten rund 200 Männer eine offizielle Zurückstellung. Um das Geschäft auszuweiten, erneuerten die Betreiber die Lizenz einer Bildungseinrichtung in Kiew und eröffneten eine Zweigstelle in Lemberg.

Razzien und Festnahmen

Für einen gefälschten Arbeitsvertrag zahlten die Kunden bis zu 5.000 Dollar. Die Ermittler führten 30 Durchsuchungen an verschiedenen Orten durch – ein Beleg für das Ausmaß der Aktion. Unter den Festgenommenen befinden sich:

  • die Direktorin einer privaten Bildungseinrichtung;
  • zwei Rechtsanwälte, die die Scheinbeschäftigungen juristisch begleiteten.

Parallel dazu wurde in Charkiw ein Anwalt gefasst, der Wehrpflichtige bei einem Unternehmen der kritischen Infrastruktur einschleuste. In Riwne flog ein Mitglied eines Expertenteams auf, das Krankenakten fälschte, um Befreiungen zu erwirken. Im Gebiet Tscherkassy nahm die Polizei einen Mann fest, der gegen Bezahlung Vormundschaften vermittelte. In Iwano-Frankiwsk wiederum wurden drei Personen dingfest gemacht, die Wehrpflichtige illegal ins Ausland schleusten.

Zudem sorgte ein Blogger aus dem Gebiet Dnipro für Aufsehen: Er verriet öffentlich die Standorte mobiler Kontrollteams. Den Beschuldigten wurden mehrere Straftatbestände des ukrainischen Strafgesetzbuches zur Last gelegt. Ihnen drohen bis zu neun Jahre Haft sowie die Einziehung ihres Vermögens.

Der SBU bekämpft derartige Umgehungsstrategien mit Nachdruck. Bereits am 6. Juni meldeten die Behörden die Sperrung von sechs neuen Fluchtrouten ins Ausland – ein weiteres Zeichen für die systematische Arbeit der Ermittler.

Die Aufdeckung dieser Scheinbeschäftigungen unterstreicht, wie tief das Problem der Mobilmachungsumgehung in der Ukraine verwurzelt ist, besonders während des Krieges.

Die Maßnahmen der Strafverfolger senden ein klares Signal an andere potenzielle Täter: Die Strafen für solche Delikte können empfindlich ausfallen. Gleichzeitig zeigt der Fall, dass die Kontrolle über Einstellungsprozesse in Schulen, Hochschulen und Firmen verschärft werden muss, um Missbrauch vorzubeugen.


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