Warum 99% der Betroffenen von sexualisierter Kriegsgewalt sich selbst die Schuld geben.

Warum 99% der Betroffenen von sexualisierter Kriegsgewalt sich selbst die Schuld geben
Warum 99% der Betroffenen von sexualisierter Kriegsgewalt sich selbst die Schuld geben

Gedenktag für Opfer sexualisierter Gewalt in Konflikten

Nach Angaben von Novyny.live: Der 19. Juni ist der Internationale Tag zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt in Konflikten. Dieses Thema ist hochaktuell, besonders in der Ukraine, wo kriegsbedingte sexuelle Übergriffe trotz zahlreicher Verbrechen während des Krieges weiterhin tabuisiert werden. Der Fachbegriff „conflict-related sexual violence“ (CRSV) beschreibt sexualisierte Straftaten, die während der aktiven Phase bewaffneter Auseinandersetzungen begangen werden.

Die Last der Selbstvorwürfe

Die Traumatherapeutin Wiktorija Hupalowska, die seit über 20 Jahren arbeitet, betont: In 99 Prozent aller Fälle geben sich Überlebende sexualisierter Gewalt selbst die Schuld an dem Erlebten. Dieses Schuldgefühl tritt nahezu bei allen Betroffenen auf, selbst wenn sie es nicht offen zugeben. Hupalowska erklärt, dass sexualisierte Gewalt als Mittel psychologischer Kriegsführung eingesetzt wird, um den Willen eines Menschen zu brechen. Die Folgen sind äußerst schwerwiegend und können umfassen:

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Essstörungen
  • Zerrüttung von Paar- und Familienbeziehungen
  • Selbstmordgedanken

Das Projekt GIDNA bietet Frauen, die während des Krieges sexualisierte Gewalt erlebt haben, kostenlose psychologische Hilfe an – bisher wurden über 140 Frauen unterstützt. Hupalowska hebt hervor, wie wichtig es ist, dass Betroffene über ihre Erlebnisse sprechen können:

„Wenn du darüber reden kannst, bist du schon fast geheilt.“ – Wiktorija Hupalowska

Dies zeigt, wie dringend die Arbeit in diesem Bereich fortgesetzt und das gesellschaftliche Bewusstsein für die Probleme sexualisierter Gewalt in Konflikten geschärft werden muss.

Der Internationale Tag gegen sexualisierte Gewalt in Konflikten lenkt den Blick auf die Notwendigkeit, Betroffene zu unterstützen und die mit diesen Verbrechen verbundene Stigmatisierung abzubauen. In der Ukraine, wo der Konflikt andauert, muss das Ausmaß des Problems anerkannt werden, um den Opfern Hilfe zukommen zu lassen – dies kann ihre Genesung und psychische Verfassung maßgeblich beeinflussen. Initiativen wie GIDNA schaffen einen sicheren Raum, in dem Frauen ihre Erfahrungen teilen und professionelle Unterstützung erhalten können.


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