Streit in der NATO vor dem Gipfel: Warum die Ukraine-Hilfe noch nicht beschlossen ist.
Verhandlungen der NATO-Mitglieder vor dem Gipfel in Ankara
Nach Angaben von Espreso.tv: Kurz vor dem NATO-Gipfel, der am 7. und 8. Juli in Ankara stattfindet, ringen die Bündnisstaaten um eine gemeinsame Abschlusserklärung. Besonders umstritten sind die finanziellen Zusagen für die Ukraine und der Ausbau von Pipeline-Infrastruktur. Italien drängt darauf, die Verpflichtungen zur Militärhilfe für Kiew abzuschwächen – eigentlich sollte diese bis Ende nächsten Jahres gewährleistet sein.
Milliardenhilfe und türkische Ausbaupläne
Für die Unterstützung der Ukraine sind für die Jahre 2026 und 2027 insgesamt 70 Milliarden Euro vorgesehen. Diese Summe setzt sich zusammen aus:
- 40 Milliarden Euro von der NATO
- 30 Milliarden Euro von der Europäischen Union
Parallel dazu plant die Türkei im Rahmen eines NATO-Programms den Ausbau ihres Pipeline-Netzes. Die Kosten dafür belaufen sich auf 28 Milliarden US-Dollar. In einem am 25. Juni von der Zeitung Politico veröffentlichten Dokument heißt es zudem, dass Russland in der Erklärung als langfristige Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit bezeichnet werden soll.
Bereits am 27. Juni bestätigte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico, dass Bratislava sich nicht an der Hilfe für die Ukraine beteiligen wird. Solche unterschiedlichen Positionen und Entscheidungen einzelner NATO-Staaten könnten den Ausgang des Gipfels in Ankara erheblich beeinflussen, da die Mitglieder nach einer gemeinsamen Linie in Sicherheits- und Unterstützungsfragen suchen – und das in einer angespannten geopolitischen Lage.
Es bleibt abzuwarten, ob die Verhandlungen zwischen den NATO-Partnern vorankommen. Denn ein Konsens über die Militärhilfe für die Ukraine und die Energieversorgungssicherheit ist entscheidend angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland. Die abweichenden Haltungen von Ländern wie Italien und der Slowakei zeigen interne Spannungen im Bündnis, die gemeinsame Initiativen erschweren könnten. Die Ergebnisse des Gipfels in Ankara werden daher richtungsweisend sein – sowohl für die weitere Entwicklung in der Region als auch für die Unterstützung der Ukraine bei der Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Integrität.
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