Der Sanitäter rettete seinen verwundeten Kameraden aus der Umzingelung: Eine Rettungsgeschichte nach einem Jahr.

Der Sanitäter rettete seinen verwundeten Kameraden aus der Umzingelung: Eine Rettungsgeschichte nach einem Jahr
Der Sanitäter rettete seinen verwundeten Kameraden aus der Umzingelung: Eine Rettungsgeschichte nach einem Jahr

Nach Angaben von ТСН: Der Sanitäter der 101. Brigade mit dem Rufnamen „Gold“ rettete seinen Kameraden „Drachen“, der nach einer Explosion mit einer verletzten Wirbelsäule in eine Falle geraten war. Ein Jahr nach diesen Ereignissen trafen sie sich wieder.

Hölle in Torezk: Explosion und Umzingelung

„Drache“ (Serhiy) und „Gold“ (Denys) lernten sich in Torezk kennen, einer Stadt, die heute praktisch zerstört ist. Vor einem Jahr fanden dort heftige Kämpfe statt. Serhiy befand sich im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses, als die Russen den Eingangsbereich sprengten. Er stürzte zusammen mit den Betonplatten in den Keller und wurde von Trümmern eingeklemmt.

Die verwundeten Kameraden konnten ihn durch eine enge Öffnung zu dem Rotte-Sanitäter Denys Oliiynyk ziehen.

Denys „Gold“: „Er verstand anfangs aufgrund des Adrenalins nicht, was passierte. Er stand noch etwa 15-20 Minuten, dann sagt er: ‚Ich kann nicht mehr, meine Beine versagen‘. Ich wusste schon damals, dass er eine gebrochene Wirbelsäule und Rippen hatte“.

Der Ausweg aus der Falle

Die Situation war kritisch – die Gruppe war umzingelt, und eine Evakuierung konnte nicht erfolgen. Der Ausweg aus der Umzingelung war auf die erste Nacht festgelegt. Vor dem Start bat Serhiy, überzeugt, dass er nicht überleben würde, seine Frau Diany anzurufen, um sich zu verabschieden.

Die Gruppe bestand aus sechs Personen, doch niemand wollte den schwer verletzten Serhiy aufgrund eigener Verletzungen tragen. Aber Denys beschloss, seinen Freund nicht im Stich zu lassen.

Serhiy „Drache“: „Meine Jungs lehnten ab, weil einer Rückenprobleme hatte, der andere auch… Aber Denys sagt: Serhoha, nimm mich am Hals, und lass uns langsam gehen“.

Die erste Strecke betrug etwa 6 km.

Denys „Gold“: „In einer Hand das Gewehr, mit der anderen hielt ich ihn hinten fest. Ich machte buchstäblich zwei Schritte – er zog die Beine auf den Zehenspitzen“.

Serhiy „Drache“: „Ich hielt mich an ihm fest, so gut ich konnte – entweder am Schloss oder an der Weste“.

Durch Schilf und Tränen

Als die Kräfte erschöpft waren, versteckten sich die beiden zwei Tage in einem Versteck. Die zweite Etappe des Auswegs war noch schwieriger.

Denys „Gold“: „Wir fielen in diesen Schilf. Er bat: ‚Lass mich bitte nicht los‘. Wir weinten zusammen, ich sagte: ‚Wo soll ich dich denn hinlassen?‘. Er sagte: ‚Lass uns noch ein bisschen weiter machen‘“.

Insgesamt trug Denys Serhiy etwa 10 km. Als sie schließlich den Evakuierungspunkt erreichten, spürte Serhiy ein Bein nicht mehr und schrie vor Schmerz. Die Ärzte bestätigten die schlimmsten Befürchtungen: die Wirbelsäule war an zwei Stellen gebrochen.

Treffen nach einem Jahr: Zu Hause in der Region Kiew

Heute hält sich Serhiy an einer Metallstruktur fest und lernt wieder zu gehen. Denys kam für einen kurzen Urlaub von der Front und besuchte zusammen mit seiner Frau den geretteten Kameraden.

Serhiy hat kürzlich ein altes Haus in der Region Kiew gekauft. Er stammt aus Donezk und sah beim Verlassen der Umzingelung mit eigenen Augen die Ruinen seines Elternhauses. Nun trifft er seinen Retter stehend.

Sergiy's Frau Diany: „Danke Ihnen für meinen Mann. Möge Gott Sie beschützen, ich bin Ihnen sehr dankbar“.

In diesen Feiertagen verbrachte Denys zum ersten Mal seit vier Jahren die Zeit zu Hause mit seiner Frau und zwei Töchtern. Wenn seine Frau nach Wünschen zum Neujahr gefragt wird, ist die Antwort immer dieselbe: „Mein Mann nach Hause“.

„Gold“ und „Drache“ verabschieden sich. Serhiy verspricht, dass er beim nächsten Treffen noch besser gehen wird. Und Denys wird in ein paar Tagen dorthin zurückkehren, wo man kaum noch hinfahren kann.

Diese Geschichte ist ein herausragendes Beispiel für Freundschaft und Mut auf dem Schlachtfeld. Trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren finden Sanitäter und Soldaten die Kraft, einander zu retten. Das Treffen zwischen Serhiy und Denys ein Jahr nach den gemeinsamen Prüfungen erinnert an den Wert des menschlichen Lebens und der Unterstützung in den schwierigsten Zeiten.


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