Neue Kamera verändert die Gesetze der Optik: Sie fokussiert sich gleichzeitig auf alle Objekte.

Neue Kamera verändert die Gesetze der Optik: Sie fokussiert sich gleichzeitig auf alle Objekte
Neue Kamera verändert die Gesetze der Optik: Sie fokussiert sich gleichzeitig auf alle Objekte

Nach Angaben von Korrespondent.net: Forscher der Carnegie Mellon University (Pennsylvania, USA) haben eine neue experimentelle Kamera präsentiert, die in der Lage ist, sich gleichzeitig auf alle Objekte in einer Szene zu fokussieren, unabhängig von deren Entfernung. Diese Entdeckung könnte, wie The Verge berichtet, die Funktionsweise von Kameras erheblich verändern, da herkömmliche Objektive nur eine fokale Ebene klar aufnehmen können, während der Hintergrund oder der Vordergrund verschwommen bleibt.

Autofokus-Technologie

Die Grundlage der neuen Technologie ist ein System des 'räumlich variierenden Autofokus'. Es kombiniert mehrere Ansätze und ermöglicht es der Kamera, selbstständig zu bestimmen, welche Teile des Bildes scharf sein sollen. Laut dem Dozenten der Universität, Matthew O'Tool, sieht es so aus, als hätte jeder Pixel eine eigene Mikrolinse mit der Möglichkeit, den Fokus individuell einzustellen.

Foto: Carnegie Mellon UniversityVergleich zwischen Standardkamera und neuer experimenteller Technik

Rechenlinse

Eine Schlüsselkomponente ist die 'Rechenlinse', die die Loman-Linse kombiniert - ein Paar verzerrter kubischer Linsen, die sich gegenseitig verschieben, um den Fokus zu ändern, und einen phasenspezifischen Raumlichtmodulator. Dieses Modul kontrolliert die Lichtbrechung auf Pixel-Ebene, was das Fokussieren auf mehreren Tiefen gleichzeitig ermöglicht. Außerdem verwendet das System zwei Autofokus-Methoden: die Kontrastmethode, die die Schärfe in verschiedenen Teilen des Rahmens optimiert, und die Phasenmethode, die die Richtung der Fokuskorrektur bestimmt.

Zukunft der Technologie

Professor Ashwin Sankaranarayanan stellte fest, dass eine solche Kamera unsere Vorstellung davon, wie optische Systeme die Welt 'sehen', grundlegend verändern könnte. Derzeit bleibt diese Entwicklung jedoch experimentell und wird noch nicht in serienmäßigen Kameras verwendet. Ob sie auf dem Verbrauchermarkt erscheinen wird, ist derzeit ungewiss.

Die Forscher glauben, dass das Potenzial dieser Technologie über die Fotografie hinausgeht. Sie könnte nützlich sein, um die Leistung von Mikroskopen zu verbessern, eine realistischere Tiefenwahrnehmung in VR-Geräten zu schaffen und autonomes Steuerungssysteme zu realisieren, die eine klare Visualisierung der Umgebung erfordern.


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