60.000 Menschen in Cherson täglich unter Beschuss: Regionalgouverneur berichtet über die Lage.

60.000 Menschen in Cherson täglich unter Beschuss: Regionalgouverneur berichtet über die Lage
60.000 Menschen in Cherson täglich unter Beschuss: Regionalgouverneur berichtet über die Lage

Die aktuelle Situation in Cherson

Nach Angaben von Novyny.live: Oleksandr Prokudin, Leiter der regionalen Militärverwaltung von Cherson, hat über die schwierige Lage in der Stadt informiert. Rund 60.000 Menschen halten sich dort noch auf – sie leben unter ständigem Beschuss. Prokudin zufolge bleibt diese Zahl seit drei Jahren stabil, trotz der gefährlichen Umstände.

„Es gibt wohl eine solche Zahl der Einwohner von Cherson, die sich seit drei Jahren nicht verändert. Etwa 60.000 sind in der Stadt, im Winter ziehen etwas mehr weg, im Frühjahr kehren sie zurück“, erklärte Oleksandr Prokudin.
Die meisten Bewohner haben sich an den täglichen Ausnahmezustand gewöhnt, doch die Gefahr bleibt allgegenwärtig.

Bevölkerungsentwicklung in der Region

Vor dem Beginn des groß angelegten Krieges lebten rund 500.000 Menschen im kontrollierten Teil der Region Cherson. Heute schätzt man die Einwohnerzahl auf etwa 150.000. Dieser drastische Rückgang ist eine direkte Folge der anhaltenden Angriffe und der Lebensgefahr für die Zivilbevölkerung.

Als Reaktion auf die ständigen Attacken wurden in der Region umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. So wurden rund 200 Kilometer Straßen mit Netztunneln überdacht. Zudem entstanden etwa 1.000 Schutzräume und 14 unterirdische Krankenhäuser.

„Mittlerweile sind etwa 200 Kilometer Straßen in der Region Cherson mit solchen Tunneln bedeckt. Wir haben rund 1.000 Schutzräume gebaut, errichten unterirdische Schulen, und aktuell stehen 14 unterirdische Krankenhäuser zur Verfügung. Alle Aktivitäten mit Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen finden unter der Erde statt“, so Prokudin.
Diese Maßnahmen sollen das Überleben unter der ständigen Bedrohung durch Artillerie und Drohnen sichern.

Täglich werden in Cherson etwa 1.000 Einschläge registriert, ein großer Teil davon durch Drohnenangriffe. Die verbliebenen Bewohner stehen vor enormen Herausforderungen, sich an diese neuen Lebensbedingungen anzupassen. Die Stadt gleicht einer Festung im Belagerungszustand, in der der Alltag von permanenter Vorsicht geprägt ist.

Die Lage in Cherson spiegelt die allgemeine Situation im Osten der Ukraine wider, wo die Kampfhandlungen bereits seit langer Zeit andauern. Die Verwaltung versucht, die Grundversorgung und Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, die in dem umkämpften Gebiet ausharren. Der Bau von Schutzräumen und unterirdischen Krankenhäusern ist ein zentraler Bestandteil dieser Bemühungen, um die Risiken für die Zivilbevölkerung zu minimieren. Gleichzeitig verdeutlicht der massive Bevölkerungsrückgang die enormen humanitären Probleme, mit denen die Region konfrontiert ist.


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