Benzin nur noch in 100-Gramm-Portionen: Die Treibstoffkrise in Mariupol wird immer dramatischer.
Kraftstoffmangel lähmt die besetzte Stadt
Nach Angaben von Novyny.live: Die Lage in der vorübergehend besetzten Stadt Mariupol spitzt sich zu: Eine akute Treibstoffknappheit legt weite Teile des öffentlichen und privaten Lebens lahm. Wie der amtierende Vorsitzende des Bezirksrats von Mariupol, Wadym Pikus, mitteilte, ist der Kraftstoffmangel so gravierend, dass nahezu die gesamte Logistik zum Erliegen gekommen ist. Die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs ist massiv beeinträchtigt.
Besonders bezeichnend für die Notlage ist eine neue Preispraxis an den Tankstellen: Einige von ihnen geben die Preise nicht mehr pro Liter, sondern pro 100 Gramm Benzin an. Dies verdeutlicht das Ausmaß des Defizits. In einer beispiellosen Entwicklung akzeptieren Lieferdienste für Essen kein Bargeld mehr, sondern verlangen Benzin als Zahlungsmittel. Die Einwohner reagieren, indem sie in Scharen E-Scooter kaufen, um wenigstens eine rudimentäre Mobilität zu erhalten.
Existenzieller Stillstand: Kein Strom, kein Notruf
Die Krise hat bereits existenzielle Ausmaße angenommen. So ist es derzeit nicht möglich, einen Krankenwagen zu rufen, da selbst die Rettungsdienste keinen Treibstoff mehr haben. Zudem fällt in der gesamten Stadt der Strom aus, und die Notstromgeneratoren bleiben stumm, weil Diesel fehlt. Die gesamte Infrastruktur ist am Boden.
'Weil es kein Benzin gibt, funktioniert so gut wie gar nichts mehr.' Wadym Pikus
Pikus betonte, dass die Situation zum ersten Mal seit langer Zeit derart kritisch sei. Die Treibstoffblockade habe in der Stadt faktisch die gesamte „Urlaubssaison“ zunichtegemacht – ein weiterer schwerer Schlag für die ohnehin angeschlagene lokale Wirtschaft. Die Bewohner stehen vor unzähligen alltäglichen Hürden, da Treibstoff zum Luxusgut geworden ist.
Die Brennstoffkrise in Mariupol ist nicht nur eine Folge wirtschaftlicher Schwierigkeiten, sondern auch ein direktes Ergebnis der politischen Gegebenheiten in der Region. Der Mangel an Treibstoff schränkt den Zugang zu medizinischer Versorgung und grundlegenden Gütern drastisch ein. Solche Probleme könnten langfristige Folgen für den Wiederaufbau der Stadt haben, denn eine stabile Infrastruktur und ausreichende Ressourcen, die derzeit fehlen, sind dafür unerlässlich.
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