Metro-Umbenennungen in der Ukraine: Diese Stationen in Kiew und Charkiw tragen neue Namen.

Metro-Umbenennungen in der Ukraine: Diese Stationen in Kiew und Charkiw tragen neue Namen
Metro-Umbenennungen in der Ukraine: Diese Stationen in Kiew und Charkiw tragen neue Namen

Neue Namen für U-Bahnhöfe: Kiew und Charkiw verabschieden sich von sowjetischen Bezeichnungen

Nach Angaben von Novyny.live: Im Zuge der ukrainischen Dekommunisierung wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche U-Bahnhöfe umbenannt. Diese Maßnahmen sind Teil einer gesellschaftlichen Neuausrichtung, die historische Bezüge zur Sowjetzeit hinterfragt. In Kiew beschloss der Stadtrat im Mai 2023 die Umbenennung von drei Stationen: Aus 'Druzhby Narodiv' ('Völkerfreundschaft') wurde 'Zvirynetska'. Der 'Ploshcha Leva Tolstoho' ('Leo-Tolstoi-Platz') heißt nun 'Ukrainskykh Heroiv' ('Platz der Ukrainischen Helden'). Die im Bau befindliche Station 'Prospekt Pravdy' ('Prospekt der Wahrheit') erhält den Namen 'Varshavska' ('Warschauer Straße').

Auch in Charkiw gab es tiefgreifende Änderungen. Bereits im April 2024 wurde die Station 'Pushkinska' in 'Yaroslav Mudry' ('Jaroslaw der Weise') umbenannt. Im Sommer desselben Jahres folgten drei weitere Stationen:

  • Aus 'Prospekt Gagarina' wurde 'Levada'
  • 'Heroiv Pratsi' ('Helden der Arbeit') heißt jetzt 'Saltivska'
  • 'Zavod imeni Malysheva' ('Malyschew-Werk') wurde zu 'Zavodska' ('Werk-Straße')

Diese Umbenennungen sind Ausdruck eines bewussten Bruchs mit dem sowjetischen Erbe und betonen die nationale Identität der Ukraine. Der Prozess ist eingebettet in einen breiteren gesellschaftlichen Dialog über den Umgang mit der Geschichte.

Die neuen Bezeichnungen spiegeln somit einen gesellschaftlichen Wandel wider und orientieren sich an aktuellen historischen Realitäten. Solche topografischen Korrekturen sind in vielen postsozialistischen Staaten zu beobachten und haben stets auch eine symbolpolitische Dimension. In der Ukraine gewinnen sie vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges eine besondere Bedeutung für die kollektive Selbstvergewisserung.

Die Umbenennung von Verkehrsknotenpunkten ist mehr als nur eine administrative Maßnahme. Sie prägt den Alltag von Millionen Pendlerinnen und Pendlern und schreibt sich so nachhaltig in das städtische Bewusstsein ein. Die neuen Namen, die sich auf lokale Geografie oder nationale Persönlichkeiten beziehen, unterstreichen das Streben nach einer eigenständigen kulturellen und historischen Narration.


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