Ungarn richtet neue Behörde zur Rückgewinnung von Vermögenswerten ein – Anlass war eine Razzia bei der Fidesz-Partei.
Neue nationale Agentur für Vermögensabschöpfung in Ungarn
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 28. Juli stimmte das ungarische Parlament für die Gründung einer Nationalen Agentur zur Rückgewinnung von Vermögenswerten. Ziel der Einrichtung ist die intensivere Bekämpfung von Korruption im Land. Premierminister Péter Magyar betonte die Bedeutung dieses Schrittes und unterstrich, dass entschlossene Maßnahmen gegen korrupte Praktiken notwendig seien.
Die neu geschaffene Behörde erhält weitreichende Kompetenzen. Dazu zählen:
- die Befugnis zur Durchführung von Ermittlungen bei Straftaten;
- das Aufspüren von Verdächtigen;
- das Einreichen zivilrechtlicher Klagen;
- sowie die Übernahme der Kontrolle über Unternehmen.
Mit diesen Vollmachten soll die Kontrolle über Finanzströme verschärft und Missbrauch vorgebeugt werden. Hintergrund der Entscheidung sind Durchsuchungen der ungarischen Staatsanwaltschaft, die am 21. Juli das Büro der Partei Fidesz betrafen. Gegenstand der Ermittlungen ist ein möglicher Missbrauch bei der Verteilung von 17 Milliarden Forint.
Dieser Schritt könnte die Korruptionsbekämpfung im Land grundlegend verändern, da die Agentur umfassende Befugnisse und Mittel für effektives Vorgehen erhält.
Die Regierung reagiert damit auf zunehmenden öffentlichen und internationalen Druck. Die Umsetzung von Anti-Korruptionsmaßnahmen gilt als wichtiger Indikator für die Legitimität der Regierung und ihre Reformbereitschaft.
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