EU-Beitritt kein Automatismus: Warum der Krieg die größte Hürde für die Ukraine bleibt.
Analyse von Wolodymyr Horbatsch: Die Realität hinter den EU-Verhandlungen
Nach Angaben von Espreso.tv: Der Geschäftsführer des Instituts für Transformation Nord-Eurasiens, Wolodymyr Horbatsch, hat in einem Interview eine nüchterne Einschätzung zum EU-Beitrittsprozess der Ukraine abgegeben. Seine Analyse folgt auf die Entscheidung der Europäischen Union, die am 15. Juni offiziell das erste Verhandlungskapitel für die Ukraine und Moldau eröffnet hat. Horbatsch betont, dass der Start dieser Gespräche keinesfalls einen erfolgreichen Abschluss verspricht – solange der Krieg andauert.
Zwischen Hoffnung und harter Wirklichkeit
Laut Horbatsch gibt es zwar viele optimistische Stimmen zu diesem Schritt, doch er selbst sieht die Lage anders. Er erklärte, dass
„die Fanfaren und Freudensmeldungen über Erfolge derzeit nicht der Realität entsprechen“. Zwar sei es prinzipiell möglich, dass die Ukraine und die EU den Beitrittsprozess erfolgreich gestalten, doch dies bedeute nicht, dass die Ukraine vor dem Ende des Krieges mit Russland tatsächlich Mitglied werden könne.
„Ich bezweifle sehr, dass die europäischen Nationen zustimmen werden, die Ukraine vor dem Ende des Krieges mit der Russischen Föderation in ihre Reihen aufzunehmen“, so Horbatsch.
Der Experte räumt ein, dass die Ukraine innerhalb der nächsten zwei Jahre beitrittsreif sein könnte.
„Dass wir in zwei Jahren bereit für den Beitritt sein werden – natürlich können wir das sein. Aber das garantiert noch lange nichts“, betonte er. Für den weiteren Verlauf ist entscheidend, dass die optimistischen Prognosen zur Integration in die EU durch die harten Realitäten des anhaltenden Konflikts auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden müssen.
Die Aussagen von Wolodymyr Horbatsch verdeutlichen die Komplexität und Unberechenbarkeit des europäischen Integrationsprozesses der Ukraine unter den Bedingungen des Krieges. Die vertiefte Zusammenarbeit mit der EU hängt trotz der Eröffnung der ersten Verhandlungsrunde von vielen Faktoren ab – insbesondere von der Sicherheitslage in der Region und dem politischen Willen der europäischen Staaten. Für die Ukraine bedeutet dies, dass sie sich nicht nur auf den Beitritt vorbereiten, sondern gleichzeitig weiterhin für ihre territoriale Integrität und Stabilität kämpfen muss, was wiederum die Dauer und den Erfolg der Gespräche mit der EU maßgeblich beeinflussen wird.
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