Umfrage in Polen: Gespaltene Meinungen zur Aberkennung von Selenskyjs Orden.
Meinungsbild zur Entscheidung von Karol Nawrocki
Nach Angaben von Espreso.tv: Eine Umfrage des Instituts SW Research zeigt ein geteiltes Echo in Polen auf die Entscheidung von Karol Nawrocki, Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers abzuerkennen. 36,4 Prozent der Befragten glauben, dass dieser Schritt die Position Polens stärkt, während 31,6 Prozent ihn als Schwächung des Landes bewerten. Die Erhebung wurde am 24. Juni 2023 unter 810 erwachsenen Polen durchgeführt.
Hintergründe der Entscheidung
Die Ereignisse, die zu diesem Schritt führten, begannen am 26. Mai 2023, als Selenskyj per Dekret dem Sonderkommando ‚Nord‘ den Namenszusatz ‚zu Ehren der Helden der UPA‘ verlieh. Bereits am darauffolgenden Tag, dem 27. Mai 2023, kündigte Nawrocki an, Selenskyj den Orden aberkennen zu wollen. Am 8. Juni 2023 tagte das Kapitel des Ordens, und am 19. Juni 2023 setzte Nawrocki die Aberkennung schließlich in Kraft.
Am 20. Juni 2023 erklärte Selenskyj, er habe den Orden zurückgesandt; am 22. Juni 2023 bestätigte Nawrockis Kanzlei den Erhalt. In der Folge dieses Vorfalls lag die Zustimmungsrate für Nawrocki am 26. Juni 2023 bei 54,8 Prozent. Selenskyj kommentierte die Angelegenheit mit den Worten:
„Nawrockis Handlungen haben ausschließlich ein Wahlmotiv.“
Die Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers für Selenskyj hat in der polnischen Bevölkerung somit zu kontroversen Bewertungen geführt und ist zum Gegenstand gesellschaftlicher Debatten geworden.
Dieser Vorfall verdeutlicht die angespannten Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine, die trotz gemeinsamer Interessen immer wieder durch politische und historische Differenzen belastet werden. Die unterschiedlichen Meinungen der Polen zu Nawrockis Entscheidung spiegeln eine tiefe gesellschaftliche Spaltung wider und zeigen die Ambivalenz der ukrainisch-polnischen Beziehungen im Spannungsfeld von Geschichtspolitik und aktueller Diplomatie. Die Diskussion um diesen Fall könnte den weiteren politischen Dialog zwischen beiden Ländern und die regionalen Beziehungen nachhaltig beeinflussen.
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