Wegen Aberkennung des Weißen-Adler-Ordens: Ukrainische Politiker geben polnische Auszeichnungen zurück.
Entscheidung aus Warschau
Nach Angaben von Espreso.tv: Am 19. Juni 2023 entzog der polnische Präsident Karol Nawrocki Wolodymyr Selenskyj den Orden des Weißen Adlers. Dieser Schritt löste in der Ukraine Empörung aus. Zahlreiche ukrainische Amtsträger kündigten daraufhin an, ihre eigenen polnischen Ehrungen zurückzugeben. Konkret geschah Folgendes:
- Kyrill Budanow verzichtete auf das Goldene Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen.
- Andrij Sybiha erklärte, er werde das Komturkreuz mit Stern desselben Ordens zurückgeben.
- Auch Wassyl Bodnar legte seine polnische Auszeichnung nieder.
Reaktionen aus Kiew
Die Antwort der ukrainischen Politik ließ nicht lange auf sich warten. Die ehemaligen Präsidenten Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko, Petro Poroschenko sowie Borys Tarasjuk schlossen sich dem Protest an und kündigten ebenfalls die Rückgabe ihrer Orden an. Am 20. Juni 2023 bestätigte Wolodymyr Selenskyj, dass er den Weißen-Adler-Orden bereits an den polnischen Staatschef zurückgesandt habe.
„Das Handeln dreier ukrainischer Präsidenten und einer Reihe bekannter Politiker, die auf polnische Orden verzichten, zeigt, dass Nawrockis Entscheidung zumindest das ukrainische politische Lager geeint hat.“
Jewhen Mahda, ukrainischer Politikanalyst
Mahda wies zudem darauf hin, dass in Polen selbst ein politischer Machtkampf zwischen rechten und linken Kräften tobe. Dennoch betonte er: „Polen bleibt unser strategischer Rückhalt.“
Der Schritt des polnischen Präsidenten hat in der Ukraine eine Welle der Empörung ausgelöst. Er offenbart nicht nur Spannungen zwischen beiden Ländern, sondern auch interne politische Dynamiken in Polen. Die kollektive Rückgabe von Auszeichnungen unterstreicht die Bedeutung symbolischer Gesten in der Diplomatie. Diese Entwicklung könnte die künftige Zusammenarbeit zwischen Kiew und Warschau belasten und mahnt zu einem behutsamen Umgang mit Ehrungen, um eine Eskalation zu vermeiden und die strategische Partnerschaft nicht zu gefährden.
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