Putin erklärte historische Ländereien: Was bedeutet das für die Ukraine und Europa.

Putin erklärte historische Ländereien: Was bedeutet das für die Ukraine und Europa
Putin erklärte historische Ländereien: Was bedeutet das für die Ukraine und Europa

Nach Angaben von ТСН: Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, hat erneut bestätigt, dass er nicht von seinen Ambitionen im Krieg gegen die Ukraine abgerückt ist, und betrachtet diesen Konflikt als Teil eines breiteren Projekts zur Wiederherstellung des imperialen Einflusses Russlands.

Putins Rede und seine Rhetorik

In seiner Rede vor Vertretern des Verteidigungsministeriums Russlands erklärte Putin, dass die Ziele der Invasion in die Ukraine „bedingungslos erreicht werden“. Er drohte auch, dass, wenn der Westen von „substanziellen Verhandlungen“ absehen würde, Russland zu „der Befreiung seiner historischen Ländereien“ auf militärischem Wege übergehen werde.

“bedingungslos”
“substanziellen Verhandlungen”
“seine historischen Ländereien befreien”

Diese Rhetorik ist für Putin nicht neu, denn er hat den Krieg gegen die Ukraine bereits mehrfach mit historischen Argumenten gerechtfertigt und ihn mit den imperialen Eroberungen der Zeit Peter I. verglichen. Solche Aussagen werfen jedoch Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Grenzen seiner territorialen Ambitionen auf.

Mögliche territoriale Ansprüche

Die militärischen Aktivitäten in den besetzten Gebieten der Ostukraine bleiben ein zentrales Thema für die Bedingungen eines Waffenstillstands. Der Kreml betrachtet diese Region als einen wichtigen Bestandteil, doch der russische Präsident verwendet häufig den Begriff „Neurussland“, der größere Gebiete umfasst.

Technisch umfasst „Neurussland“ beträchtliche Teile des Südens und Ostens der heutigen Ukraine, insbesondere die Küste des Schwarzen Meeres. Putin hat mehrfach geäußert, dass zu „Neurussland“ Städte wie Odessa und Charkiw sowie ein großer Teil des ukrainischen Territoriums gehören könnten.

Kiew in der Kreml-Mythologie

Kiew nimmt einen besonderen Platz in der russischen historischen Mythologie ein, da es als „Mutter der russischen Städte“ und spirituelles Zentrum des russischen Orthodoxentums gilt. Putin hat mehrfach die Legitimität der ukrainischen Staatlichkeit negiert, was die Möglichkeit von Verhandlungen mit einem unabhängigen Kiew erschwert.

Experten weisen darauf hin, dass seine Sichtweise auf „historisch russische Ländereien“ das gesamte Territorium der Ukraine umfasst. Er erklärte direkt, dass Russen und Ukrainer „ein Volk“ seien und dass „ganz Ukraine Russland gehört“.

Potenzielle Bedrohungen für andere Länder

Putins Ambitionen könnten über die Ukraine hinausgehen. Er hat Bedauern über den Zerfall der Sowjetunion geäußert und bezeichnete ihn als „historisches Russland“. Solche Aussagen könnten eine Bedrohung für die baltischen Staaten, Polen, Finnland, Moldawien, Georgien und die Staaten Zentralasiens darstellen.

Im Westen beginnt man, diese Äußerungen ernst zu nehmen. Laut amerikanischer Geheimdienstdaten hat Putin die Pläne zur vollständigen Unterwerfung der Ukraine und zur Überprüfung der Nachkriegsordnung in Europa nicht aufgegeben, was besondere Besorgnis in den baltischen Staaten und Polen auslöst.

Folgen für Europa

Trotz des Zynismus gegenüber den Möglichkeiten der russischen Armee betonen Analysten, dass die Probleme mit schnellen Erfolgen der RF eher das Ergebnis des Widerstands der Ukraine sind als das Fehlen imperialer Absichten im Kreml. Im Falle einer Niederlage der Ukraine könnte Europa mit einer neuen Welle der Aggression konfrontiert werden, auf die es nicht vorbereitet ist.

Experten weisen darauf hin, dass die Idee der „Befreiung historischer Ländereien“ als Vorwand für Putins expansionistische Politik dient. Jegliche Versuche zur friedlichen Regelung, die die Unabhängigkeit der Ukraine bewahren, wird der Kreml als Niederlage betrachten. Daher bleibt der Druck auf Russland der einzige realistische Weg, um weitere Aggressionen zu stoppen.


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