Bis zu zehn Jahre Haft: Ukrainisches Parlament plant Strafen für Wehrdienstbehörden und Militärärzte.
Neuer Gesetzesentwurf zur Haftung von Militärbediensteten
Nach Angaben von Novyny.live: In der Werchowna Rada wurde ein Gesetzesentwurf eingebracht, der sowohl administrative als auch strafrechtliche Konsequenzen für Militärangehörige vorsieht. Konkret geht es um rechtswidrige Handlungen von Mitarbeitern der Territorialen Rekrutierungszentren (TRZ) und der Militärärztlichen Kommissionen (MÄK). Ziel der Initiative ist es, die Kontrolle über diese Einrichtungen zu verschärfen und die Rechtmäßigkeit bei Mobilmachungsfragen sicherzustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund wiederholter Berichte über Missstände und Willkür in diesen Behörden.
Kernpunkte des Gesetzesentwurfs
Der Entwurf sieht unter anderem strafrechtliche Konsequenzen für Mitarbeiter der Militärärztlichen Kommissionen vor. Bei vorsätzlichen Verstößen im Rahmen der ärztlichen Untersuchungen soll eine Freiheitsstrafe von drei bis acht Jahren drohen. Ebenso sollen Vertreter der Territorialen Rekrutierungszentren mit derselben Strafe belegt werden, wenn sie Personen mobilisieren, die nicht wehrpflichtig sind. Damit reagieren die Gesetzgeber auf den gesellschaftlichen Druck, Willkür bei Einberufungen zu unterbinden.
Darüber hinaus werden die Mitarbeiter der MÄK in dem Entwurf mit Amtsträgern gleichgesetzt, die staatliche Funktionen ausüben – insbesondere im Hinblick auf das Gesetz zur illegalen Bereicherung. Für unrechtmäßige Bereicherung ist eine Haftstrafe von fünf bis zehn Jahren vorgesehen. Zudem soll gegen TRZ-Mitarbeiter, die unrechtmäßig Frauen in das militärische Register eingetragen haben, ein Bußgeld in Höhe von 170.000 Griwna verhängt werden.
Das Parlament könnte zudem beschließen, Frauen automatisch aus dem Register der Wehrpflichtigen zu streichen. Diese Maßnahme ist Teil eines größeren Pakets, das die Rechtmäßigkeit in der Mobilmachung und der Wehrerfassung gewährleisten soll. Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, die Verantwortung von Militärbediensteten zu erhöhen und Missbrauch bei Einberufungen zu verhindern.
Die vorgeschlagenen Änderungen zeigen, dass der Staat versucht, die Kontrolle über militärische Strukturen zu verstärken – in einer Zeit, in der Fragen der Mobilmachung und Wehrerfassung von höchster Bedeutung sind.
Mit diesem Vorstoß reagieren die Abgeordneten auf die gesellschaftliche Forderung nach Transparenz und Rechtsstaatlichkeit im Einberufungswesen. Dies ist besonders vor dem Hintergrund des Krieges und der damit verbundenen staatlichen Pflichten relevant. Der Entwurf könnte ein wichtiger Schritt sein, um das Vertrauen der Bevölkerung in militärische Institutionen zu stärken und Korruption in diesem Bereich zu bekämpfen.
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