Monatelang ohne Nahrung: Warum Schlangen und Echsen kein Hungergefühl brauchen.
Ein evolutionärer Verlust
Nach Angaben von TSN.ua: Eine Studie im Fachjournal Royal Society Open Biology zeigt, dass Schlangen, Chamäleons und einige Echsen die Gene für das Hungerhormon Ghrelin verloren haben. Dieser Verlust erklärt, wie diese Reptilien über lange Zeiträume ohne Nahrung auskommen können. Diese Anpassung ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie die Evolution Stoffwechselprozesse grundlegend verändern kann.
Die Analyse von 112 Reptilienarten ergab, dass bei allen untersuchten Schlangen sowie bei mehreren Chamäleonarten und bei Krustenechsen (Phrynocephalus) die Ghrelin-Gene entweder verschwunden oder funktionsunfähig sind. Bei Boas und Pythons blieben nur noch Fragmente dieser Gene erhalten, während Vipern, Kobras, Mambas und Nattern sie vollständig verloren haben. Bei den Krustenechsen ist das Ghrelin-Gen beschädigt, aber das Enzym-Gen MBOAT4 bleibt funktionsfähig.
Mehrfache Anpassung in der Evolution
Die Befunde deuten darauf hin, dass der Verlust des Hungerhormons in verschiedenen Reptilienlinien mehrfach unabhängig voneinander erfolgte. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung evolutionärer Anpassungen. Die Ergebnisse helfen zu verstehen, wie Reptilien in Lebensräumen mit knappen Nahrungsressourcen überleben können.
Die umfangreiche genetische Studie unterstreicht die Bedeutung solcher Anpassungen für das Überleben in ressourcenarmen Zeiten. Das Verständnis dieser Mechanismen ist nicht nur für die Ökologie und das Verhalten der Tiere relevant, sondern wirft auch Fragen auf, wie diese spezialisierten Arten auf ökologische Veränderungen wie den Klimawandel reagieren werden. Ihre einzigartige Überlebensstrategie könnte in einer sich wandelnden Welt zugleich Stärke und Verletzlichkeit bedeuten.
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