Drohnenangriff auf Atommülllager in Tschernobyl: Russischer Angriff erschüttert nukleare Sicherheit.
Ukraine stellt sich bei Atommüll neu auf: Vom Russland-Export zum Eigenbetrieb
Nach Angaben von Espreso.tv: Bis zum Jahr 2021 war Russland das Ziel für ukrainische Atommülltransporte. Jährlich flossen rund 200 Millionen Dollar ins Ausland, um die Wiederaufbereitung und Zwischenlagerung der abgebrannten Brennelemente zu bezahlen. Dieses Kapitel ist nun Geschichte. Seit kurzem soll ein eigenes Endlager die Lösung bieten: das Zentrale Lager für abgebrannte Brennelemente (ZSABE), das in der Tschernobyl-Sperrzone nahe der Ortschaft Burjakiwka errichtet wurde.
Das ZSABE ist für drei der vier aktiven ukrainischen Atomkraftwerke zuständig: die Kernkraftwerke Riwne, Chmelnyzkyj und Saporischschja. Der Bau dieser strategisch wichtigen Anlage begann im November 2017, der erste Teilabschnitt wurde im Dezember 2020 fertiggestellt. Die staatliche Atomaufsichtsbehörde der Ukraine erteilte im April 2022 die Betriebsgenehmigung, und am 28. Mai 2026 erhielt das Lager schließlich die unbefristete Lizenz für den Regelbetrieb.
Nächtlicher Drohnenangriff: Feuer im Atomlager schnell gelöscht
Doch die junge Anlage wurde bereits zum Ziel eines Angriffs. Am 7. Juni 2026 um 02:10 Uhr traf eine russische Drohne das Gelände des ZSABE. Der dadurch ausgelöste Brand konnte innerhalb einer Stunde gelöscht werden. Entscheidend ist: Die Strahlungswerte vor Ort bewegen sich weiterhin im normalen Bereich – die Sicherheit des Lagers ist nach ersten Erkenntnissen nicht gefährdet.
Das Zentrallager in Tschernobyl besteht aus zwei Sektionen:
- ZSABE-1, ein älteres Lager vom 'Nass'-Typ;
- ZSABE-2, ein moderneres Lager vom 'Trocken'-Typ.
Ergänzend betreibt auch das Kernkraftwerk Saporischschja ein eigenes lokales Trockenlager. Diese Infrastruktur soll die sichere Aufbewahrung des Atommülls gewährleisten und die nukleare Sicherheit des Landes insgesamt verbessern. Der Angriff unterstreicht jedoch die akute Verwundbarkeit dieser kritischen Anlagen inmitten des Krieges und macht deutlich, wie dringend verstärkte Schutzmaßnahmen für die ukrainische Atomindustrie sind. Die Abhängigkeit von externen Partnern für die Entsorgung ist zwar beendet, doch die Sicherheitslage bleibt angesichts solcher Attacken äußerst fragil.
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