Neue Einberufungswelle in Russland? Neun Indizien deuten auf eine bevorstehende Mobilmachung im Herbst hin.
Steht Russland vor einer erneuten Mobilmachung?
Nach Angaben von Слово і Діло — Інфографіка: Im Herbst 2026 könnte Russland eine weitere Mobilmachungswelle starten. Mehrere Anzeichen verdichten sich, dass der Kreml diese Maßnahme vorbereitet. Der vierte Jahrestag der Teilmobilmachung von 2022 rückt näher, und aus verschiedenen Quellen mehren sich Signale für eine mögliche Neuausrichtung der Einberufungspolitik. Damals wurden bis zu 500.000 russische Bürger eingezogen.
Bis Mitte 2026 belaufen sich die gesamten personellen Verluste Russlands Schätzungen zufolge auf 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen, darunter rund 500.000 Tote. Bereits im späten Frühjahr und Sommer 2026 erhielten Zivilisten in Russland Einberufungsbescheide – ein weiteres Indiz für staatliche Maßnahmen. Zum Vergleich: Die ursprüngliche Teilmobilmachung 2022 hatte ebenfalls rund 500.000 Menschen umfasst.
Worauf die Vorbereitung hindeutet
Ein deutliches Zeichen ist die Ablehnung einer Waffenruhe durch die russische Führung. Außenminister Sergej Lawrow betonte:
„Man sagt uns: ‚Vereinbart eine Feuerpause entlang der Kontaktlinie, dann verhandeln wir.‘ Nein! Das haben wir bereits in Istanbul versucht.“
Diese Haltung zeigt, dass der Kreml weiterhin auf offensive Militäroperationen setzt. Zudem bleiben die hohen Verluste an der Front konstant, was eine Fortsetzung des Krieges ohne zusätzliche Kräfte fraglich erscheinen lässt. Das ukrainische Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation warnt, dass Russland im Herbst mehr als 500.000 Menschen einberufen könnte. Auch Andrij Tschernjak, ein Vertreter des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, bestätigte, dass Russland für eine umfassende Mobilmachung bereit sei.
Weitere Anzeichen für die bevorstehende Mobilmachung sind:
- die vorhandene Infrastruktur für Einberufungen;
- der Versand von Einberufungsbescheiden an Zivilisten in Russland;
- die mangelnde Qualität der freiwilligen Vertragssoldaten;
- die erwartete Demobilisierung der 2022 Eingezogenen;
- der Rückgang der Rekrutierung von Vertragsfreiwilligen;
- die bevorstehenden Dumawahlen am 20. September 2026.
Die Lage bleibt angespannt, und die nächsten Schritte könnten die militärische Strategie Russlands grundlegend verändern. Angesichts der hohen Verluste und des Bedarfs an zusätzlichen Ressourcen wird der Kreml wohl gezwungen sein, entschlossen zu handeln – was die innenpolitische Situation und die öffentliche Meinung beeinflussen dürfte. Gleichzeitig könnten die anstehenden Wahlen die Entscheidungsfindung zur Mobilmachung erschweren.
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