Enteignung in der Ukraine: Wie Russland auf besetztem Gebiet Wohnraum beschlagnahmt.
Systematischer Raub: Das Vorgehen der Besatzer
Nach Angaben von UATV: In den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine werden systematisch Wohnungen und Häuser enteignet. Eine Analyse zeigt, wie neue Gesetze diese Praxis legalisieren und ukrainische Eigentümer ihr Hab und Gut verlieren. Oftmals wird die beschlagnahmte Immobilie anschließend an neue Bewohner, häufig Russen, übergeben.
Präsident Wladimir Putin unterzeichnete im Dezember 2025 ein Gesetz, das die Konfiszierung ukrainischen Eigentums in den besetzten Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja erlaubt. Der neue Erlass sieht vor, dass eingezogene Immobilien in das Eigentum der Region oder ihrer Kommunen übergehen. Das Präsidialamt der Ukraine für die Krim meldete Ende 2025 bereits die Enteignung von Eigentum bei 800 juristischen und privaten Personen.
Parallel dazu wurden im Zuge einer sogenannten Inventarisierung bereits 250.000 Immobilienobjekte von russischer Seite erfasst und übernommen. Der Quadratmeterpreis für Wohnraum lag im Sommer 2023 in Melitopol bei etwa 65.000 Rubel (über 700 US-Dollar). Betroffene wie Anastassija Pikurina berichten von der willkürlichen Wegnahme ihrer Wohnungen.
'Die Wohnung meines Vaters liegt direkt im Stadtzentrum. Bekannte haben sich darum gekümmert, aber die Russen kamen einfach und sagten: 'Wir wissen, dass hier niemand wohnt, also werden wir jetzt hier leben' - Anastassija Pikurina.
Die Enteignung von Wohnraum begann bereits mit der ersten Besetzung von Gebieten im Jahr 2014. Die Hoffnung der Einwohner, ihre Rechte doch noch durchsetzen zu können, ist jedoch nicht erloschen. 'Wir verlangen nichts Übernatürliches, wir bitten nur um den Schutz unserer Rechte als rechtschaffene Bürger', erklärten Einwohner von Melitopol. Die Konfiskationen stellen für die unter Besatzung lebenden Ukrainer ein massives Problem dar und lösten eine breite Debatte über Menschenrechte und Gerechtigkeit im Krieg aus.
Folgen für die Bevölkerung und politische Absicht
Die Beschlagnahmungen sind Teil einer umfassenderen russischen Strategie zur Kontrolle der ukrainischen Regionen. Diese Maßnahmen verletzen nicht nur massiv Eigentumsrechte, sondern deuten auf das Ziel hin, die demografische Zusammensetzung in diesen Gebieten langfristig zu verändern. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges sehen sich Ukrainer enormen Herausforderungen gegenüber, wenn sie ihr Recht und Eigentum verteidigen wollen. Dieses Vorgehen sorgt in der internationalen Gemeinschaft für große Besorgnis hinsichtlich der Menschenrechtslage in einem bewaffneten Konflikt.
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