Experte: Russland hat im Schwarzen Meer ein 4:1-Überlegenheitsverhältnis, kann es aber nicht ausspielen.
Lage im Schwarzen Meer
Nach Angaben von Espreso.tv: Der ukrainische Marine-Reservekapitän ersten Ranges Andrij Ryschenko hat die Situation im Schwarzen Meer analysiert. Obwohl die russische Schwarzmeerflotte den ukrainischen Verteidigungskräften zahlenmäßig im Verhältnis 4:1 überlegen ist, kann sie diesen Vorteil aufgrund der innovativen Gegenmaßnahmen Kiews nicht nutzen. Vor vier Jahren verfügte Russland noch über bis zu 50 Schiffe und Wasserfahrzeuge in der Region, was das enorme Potenzial seiner Flotte unterstreicht.
Aufgaben der russischen Flotte
Zu den Hauptaufgaben der russischen Seestreitkräfte zählen:
- Abschuss von Raketen auf ukrainisches Territorium,
- Blockade des nordwestlichen Teils des Schwarzen Meeres,
- Vorbereitung und Durchführung von amphibischen Landungen.
Allerdings kann Russland laut Ryschenko derzeit nur eineinhalb dieser drei Kernaufgaben erfüllen.
„Der Gegner kann diesen Vorteil aufgrund unseres innovativen Vorgehens nicht umsetzen“ – Andrij Ryschenko.
Zudem betonte Ryschenko, dass die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte inzwischen mehr Zeit in den Stützpunkten verbringen als auf See. Dies zeigt, dass die russischen Kräfte trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit in ihren Handlungen eingeschränkt sind. Ein aktuelles Beispiel für die angespannte Lage ist der Drohnenangriff Russlands auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer am 19. Juni, bei dem ein Seemann getötet und mehrere Personen verletzt wurden. Diese Vorfälle verdeutlichen sowohl die anhaltenden Spannungen in der Region als auch die Schwierigkeiten Moskaus bei der Umsetzung seiner strategischen Ziele.
Die Situation im Schwarzen Meer bleibt angespannt: Die russische Flotte sieht sich trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit mit erheblichen Hindernissen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben konfrontiert, was auf das Wirken der ukrainischen Streitkräfte zurückzuführen ist. Dies unterstreicht die Bedeutung einer Anpassung von Taktik und Technologie für die Sicherheit in der Region. Die jüngsten Angriffe auf zivile Schiffe erhöhen zudem die Risiken für die Handelsschifffahrt und könnten ernste Folgen für die wirtschaftliche Stabilität der Ukraine und der Nachbarländer haben.
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