Moskaus nukleares Druckmittel: Droht das Aus für den New-START-Vertrag?.
Atomare Abrüstung als politisches Faustpfand
Nach Angaben von TSN.ua: Russland setzt die nukleare Abrüstung als Hebel ein, um die USA zu Zugeständnissen im Ukraine-Konflikt zu bewegen. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, forderte einen neuen Vertrag zur Verringerung der strategischen Angriffswaffen (New START), dessen Laufzeit am 5. Februar 2026 endet. Seiner Aussage nach sind erfolgreiche Verhandlungen zwischen den USA und Russland nur möglich, wenn sich die bilateralen Beziehungen zuvor normalisieren. Damit knüpft der Kreml die Rüstungskontrolle direkt an politische Bedingungen.
Medwedew betonte, dass die Aussichten auf eine umfassendere Zusammenarbeit im Bereich der Rüstungskontrolle von der Annahme der russischen Vorschläge durch die USA abhingen. Eine solche Kooperation zwischen Washington und Moskau diene, so seine Darstellung, der strategischen Stabilität. Die wiederholten Appelle aus Moskau deuten auf eine gezielte diplomatische Offensive hin, bei der das nukleare Risiko instrumentalisiert wird. Experten sehen darin einen Versuch, die westliche Unterstützung für die Ukraine zu untergraben.
Militärische Machtdemonstration und diplomatische Agenda
Bereits im Sommer und Herbst 2025 begann Russland, den New-START-Vertrag (auch als START III bekannt) für seine politischen Ziele einzusetzen. Diese Entwicklung fällt mit einer weiteren Eskalation im Krieg gegen die Ukraine zusammen, wo russische Streitkräfte mit einer 'Oreschnik'-Rakete die Region Lwiw angriffen. Parallel dazu stehen wichtige diplomatische Termine an: Ein Gipfeltreffen zwischen den USA und Russland auf Alaska ist für August 2025 geplant, und dreiseitige Gespräche in Abu Dhabi sollen am 23. und 24. Januar stattfinden.
Vor diesem Hintergrund setzt Russland seine militärische Aufrüstung unvermindert fort. Dazu zählen die ballistischen Raketen 'Burwestnik' und 'Oreschnik' sowie der unbemannte Unterwasserapparat 'Poseidon'. Diese Waffensysteme könnten die Grundlage der nuklearen Abschreckung künftig erheblich verändern und damit die Verhandlungsposition Moskaus weiter stärken.
Die Wiederaufnahme des Rüstungskontroll-Dialogs zwischen den USA und Russland zeigt deutlich, dass der Kreml die atomaren Verhandlungen als Instrument nutzt, um die internationalen Rahmenbedingungen zu seinen Gunsten zu verändern – insbesondere im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Moskau hätte weitreichende Folgen für die globale Sicherheitsarchitektur. Die anstehenden internationalen Treffen bieten eine Bühne, auf der sich die Weichen für die künftige strategische Stabilität stellen könnten.
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