Gestohlenes Getreide aus der Ukraine: Wohin Russland über zwei Millionen Tonnen liefert.
Russlands Export aus besetzten ukrainischen Gebieten
Nach Angaben von UATV: Über die von Russland kontrollierten Häfen im Asowschen und Schwarzen Meer exportiert Moskau weiterhin ukrainisches Getreide aus den besetzten Gebieten. Bis zum 17. Januar 2025 wurden so mehr als zwei Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine ausgeführt. Der Großteil dieser Menge, etwa 1,4 Millionen Tonnen, wurde dabei im zweiten Halbjahr 2025 verschifft.
Empfängerländer und Liefermengen
Mehr als die Hälfte der Exporte (53,6%) ging an folgende Staaten:
- Ägypten - 490.000 Tonnen
- Bangladesch - 250.000 Tonnen
- Libanon - 78.100 Tonnen
- Türkei - 96.700 Tonnen
- Syrien - 94.400 Tonnen
Um Sanktionen zu umgehen, bedient sich Russland dabei sogenannter 'Ship-to-Ship'-Umschlagverfahren auf hoher See, was die Nachverfolgung erheblich erschwert. Diese Praxis untergräbt internationale Bemühungen, die illegale Aneignung von Ressourcen zu stoppen.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha stellte klar: „Russland hat im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Tonnen ukrainischen Getreides gestohlen.“
Die fortgesetzte Ausfuhr schädigt nicht nur massiv die ukrainische Wirtschaft, sondern gefährdet auch die Ernährungssicherheit in der Region. Der illegale Handel mit geraubten Agrarressourcen ist ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht.
Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Vorgänge mit großer Sorge. Russlands Vorgehen unterminiert die globale Ernährungssicherheit und destabilisiert die Märkte. Die angewandten Umgehungsschemata machen eine wirksame Kontrolle nahezu unmöglich und könnten zu einer weiteren diplomatischen Isolierung des Landes führen. Es bedarf daher entschlossener gemeinsamer Anstrengungen, um die Ukraine zu unterstützen und dem Diebstahl ihrer Ressourcen Einhalt zu gebieten.
Lesen Sie auch
- Sollte man bei einem Kurs von 45 Euro Ersparnisse in Griwna halten? Ein Experte gibt seine Einschätzung
- Logistik am Abgrund: Treibstoffmangel und Angriffe auf Tschonhar stürzen die Krim in die Krise
- Warum Meeresfisch in der Ukraine teurer wird – obwohl das Land 92 Prozent seines Nahrungsbedarfs selbst deckt
- Fast das gesamte Jahresbudget des Reservefonds in nur drei Monaten ausgegeben: So steht es um die ukrainischen Finanzen
- Ukraine sichert sich Zugang zu Großinvestitionen: Diese Branchen stehen im Fokus
- Sieben Standorte für Windkraftanlagen in den Karpaten ausgewählt – das sind die Details

