Haftstrafen für Jugendliche aus Melitopol: Russisches Gericht verurteilt drei Teenager zu langen Haftzeiten.

Haftstrafen für Jugendliche aus Melitopol: Russisches Gericht verurteilt drei Teenager zu langen Haftzeiten
Haftstrafen für Jugendliche aus Melitopol: Russisches Gericht verurteilt drei Teenager zu langen Haftzeiten

Umstrittenes Urteil gegen Minderjährige in Russland

Nach Angaben von UATV: Ein russisches Gericht hat drei Jugendliche aus dem besetzten Melitopol zu Freiheitsstrafen zwischen sieben und achteinhalb Jahren verurteilt. Die Anklage lautete auf Terrorismus. Bei den Verurteilten handelt es sich um die damals 16 und 17 Jahre alten Viktor Azarovskyi, Oleh Shokol und Denys Vasylyk. Sie waren im Herbst 2023 festgenommen worden. Nach ihrer Festnahme kamen die Jugendlichen zunächst in die Untersuchungshaftanstalt Nr. 2 in Mariupol, später wurden sie in die Anstalt Nr. 2 in Taganrog verlegt. Der Fall sorgt international für Empörung, da die Jugendlichen bereits über zwei Jahre in Haft saßen, bevor das Urteil gefällt wurde.

Kritik von Menschenrechtlern

Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – internationale Beobachter hatten keinen Zutritt. Menschenrechtsorganisationen protestieren scharf gegen dieses Vorgehen, da es fundamentale Prinzipien eines fairen Verfahrens verletze. Besonders besorgniserregend ist, dass die Jugendlichen ohne rechtskräftiges Urteil mehr als zwei Jahre inhaftiert waren.

Der Anwalt von Viktor Azarovskyi machte schwere gesundheitliche Probleme seines Mandanten öffentlich. Dies wirft zusätzliche Fragen zu den Haftbedingungen und der medizinischen Versorgung der Inhaftierten auf. Der Fall ist Teil der Kampagne „Weißt du es – sag es!“, die auf Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine und in den besetzten Gebieten aufmerksam machen will.

Dieser Vorfall verdeutlicht nicht nur die Menschenrechtsprobleme unter der Besatzung, sondern auch die allgemeine Situation der Rechtsprechung in Russland und den besetzten ukrainischen Gebieten. Geschlossene Gerichtsverfahren ohne internationale Kontrolle stellen die Legitimität solcher Urteile grundsätzlich in Frage und lösen bei Menschenrechtsorganisationen große Besorgnis aus.


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